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Energiespeicher in Bundesbauten
Projektinfo 13/2003
 

Energiekonzept Reichstagsgebäude und Berliner Spreebogen: Die bisherigen Betriebsergebnisse zeigen die Machbarkeit der Wärme- und Kältespeicherung in Grundwasserleitern im Rahmen eines komplexen Anlagenkonzepts.
© Geothermie Neubrandenburg GmbH, Dr. Kabus

Aquiferspeicher für das Reichstagsgebäude

Typisch für unsere Breiten ist die jahreszeitliche Verschiebung von Energieangebot und Energienachfrage. Sie erfordert die Entwicklung effizienter und kostengünstiger Speichertechnologien: zur Nutzung sommerlicher Wärmequellen für die Heizung im Winter sowie winterlicher Kältequellen für Kühlzwecke im Sommer.

Während die Kurzzeitspeicherung von thermischer Energie als weitgehend eingeführt gilt, ist die Speicherung über längere Zeiträume noch nicht allgemein üblich. Grund dafür sind neben den technischen Herausforderungen vor allem die noch hohen spezifischen Kosten konventioneller Speichertechnologien. Durch die unterirdische Energiespeicherung ist jedoch eine deutliche Senkung der Kosten möglich.

Neben Speichern mit Erdwärmesonden, die das oberflächennahe Erdreich bzw. Gesteinsschichten in Tiefen von 20 bis 100 Metern als Speichermedien erschließen, werden seit etwa 15 Jahren natürlich vorkommende Grundwasserschichten (Aquifere) für die Speicherung von Wärme genutzt. Diese wird über Brunnen in den Speicher eingebracht bzw. bei Umkehrung der Durchströmungsrichtung wieder entnommen. Oberflächennahe Aquifere sind häufig der Trinkwassernutzung vorbehalten. Daher liegen geeignete Schichten eher in Tiefen unterhalb 100 Meter. Eine Wärmedämmung ist nicht erforderlich. Aquifer-Wärmespeicher auf hohem Temperaturniveau sind nur bei sehr großen Speichervolumina (minimal 100.000 m³) sinnvoll.

Bild 1 - bi 1303 01: Energiekonzept Reichstagsgebäude und Berliner Spreebogen: Die bisherigen Betriebsergebnisse zeigen die Machbarkeit der Wärme- und Kältespeicherung in Grundwasserleitern im Rahmen eines komplexen Anlagenkonzepts.
Copyright: Geothermie Neubrandenburg GmbH, Dr. Kabus
Bild 2 - bi 1303 02: Schema eines Aquiferspeichers.
Copyright: Geothermie Neubrandenburg GmbH, Dr. Kabus
Bild 3 - bi 1303 03: Bohrarbeiten in Rostock.
Copyright: Geothermie Neubrandenburg GmbH, Dr. Kabus
Bild 4 - bi 1303 04: Bausteine des Energiekonzepts Reichstagsgebäude.
Copyright: Geothermie Neubrandenburg GmbH, Dr. Kabus
Bild 5 - bi 1303 04a: Energiebedarf des Gebäudeensembles.
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Bild 6 - bi 1303 04b: Kenndaten.
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Bild 7 - bi 1303 05:
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Bild 8 - bi 1303 05a: Kenndaten.
Copyright: Geothermie Neubrandenburg GmbH, Dr. Kabus
Bild 9 - bi 1303 06: Jahresgang der Brunnenkopftemperatur an der warmen Seite des Wärmespeichers.
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Bild 10 - bi 1303 07: Investitionskosten für realisierte Wärmespeicher-Konstruktionen (volumenbezogen; inkl. Planung, ohne MwSt.).
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Vorreiter für derartige technische Lösungen sind bisher Skandinavien, Belgien und die Niederlande. Das Berliner Reichstagsgebäude ist nach Rostock-Brinckmannshöhe das zweite Pilotprojekt für die Anwendung dieser Technologie in Deutschland. Denn neben den günstigen (hydrogeologischen) Standortbedingungen sollen die neuen Bundesbauten in Berlin Vorbildfunktion für energiesparendes Bauen und die Nutzung innovativer Technologien zur Gebäudeenergieversorgung ausüben. Wichtiger Baustein des „Energiekonzepts Spreebogen“ ist die Wärme- und Kältespeicherung in Aquiferen.

Im Rahmen eines von der Bundesregierung geförderten Forschungs- und Messprogramms wurden Betrieb, Energiebilanz und Umweltverhalten der zwei unterhalb des Reichstagsgebäudes genutzten Aquiferspeicher untersucht. Zu prüfen war u.a., ob die in der Anlagenplanung vorhergesagten Erwartungen an Energieeinsparung und Emissionsminderung, aber auch an Zuverlässigkeit, Versorgungssicherheit und Komfort erfüllt wurden.

Adressen

Wissenschaftliche Begleitung
Justus-Liebig Universität Gießen

Projektleitung, Koordinierung
GTN

Forschung/Entwicklung, Testverfahren Wasserchemie
Leuphana Universität Lüneburg

Forschung/Entwicklung, Testverfahren Wasserchemie
Universität Stuttgart