Monitoring
Ein intensives Monitoring während der ersten zwei Betriebsjahre begleitet das Gebäude D (Abb. 3), das im Gegensatz zu den anderen Gebäuden ausschließlich für Verwaltungszwecke genutzt wird und über keinerlei Sondernutzungen verfügt. Zurzeit werden die Auswirkungen der ersten Optimierungsmaßnahmen untersucht und die Energie- und Komfortmessungen bis 2010 weitergeführt.
Die Verbrauchswerte für das Jahr 2008 zeigen, dass der Zielwert für den Primärenergiebedarf von 100 kWh/m²a sogar unterschritten wurde. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Primärenergieverbrauch weiter reduziert werden kann, wenn der Gebäudebetrieb entsprechend den Ergebnissen aus dem Monitoring optimiert wird. 2008 waren z. B. die Vorlauftemperaturen teilweise zu hoch, beide Wärmepumpen liefen gleichzeitig im Teillastbetrieb. Probleme in der GLT haben dazu geführt, dass die neuen Leuchten nachts nicht abgeschaltet wurden und die automatische Fensternachtlüftung erst seit Juni 2009 in Betrieb ist. Diese Punkte der Betriebsoptimierung sind bereits größtenteils behoben.
Der Heizenergieverbrauch liegt deutlich über dem Planwert. Grund hierfür sind sehr komfortable Raumtemperaturen von ca. 23 °C bis 24 °C im Winter. Die Planung ging hier von 20 °C aus, die für eine hauptsächlich sitzende Tätigkeit möglicherweise zu gering kalkuliert war.
Das Monitoring ergab außerdem, dass die Grundlast der Heizwärmeverteilung nicht, wie geplant, über die Lüftungsanlage erfolgte, sondern über die Radiatoren, die eigentlich die Spitzenlastabdeckung übernehmen sollten. Der Luftbetrieb der Wärmepumpe war bisher nicht nötig, da das Erdreich nicht soweit abkühlt, dass energetisch und technisch die Luft genutzt werden musste. Außerdem ist im Zuge der Optimierung geplant, die Lüftungsanlage im Winter nur im Intervallbetrieb arbeiten zu lassen, damit die Luft nicht zu sehr austrocknet.
Thermische Behaglichkeit
Im Rahmen des Monitorings fanden Messungen zur thermischen Behaglichkeit statt. An einzelnen Büroarbeitsplätzen wurden die Luftgeschwindigkeit, der Kohlendioxidgehalt der Raumluft, die Luftfeuchte und -temperatur sowie die Beleuchtungsstärke untersucht. Erfasst wurden ebenfalls die Temperatur der Zuluft und die Luftschichtung im Raum. Die aus diesen Messgrößen bestimmte thermische Behaglichkeit liegt nahezu immer im komfortablen Bereich.
Adressen
Bauherr
Landkreis Barnim
Architekt
GAP mbH
Gebäudeklimakonzept
teamgmi
Beratung und Koordination
sol id ar planungswerkstatt berlin



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