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Abb.4b: Systemkomponenten
© BINE Informationsdienst

Abb. 5: Integratives Energie- und Haustechnikkonzept
© GAP, Berlin

Abb. 6: Tageslicht- und Kunstlichtkonzept
© EnOB Begleitforschung

Abb. 7: Weiterentwickelte Stehleuchte
© Dr. Günter Löhnert

Energiekonzept

Die hydro-geologisch schwierigen Baugrundverhältnisse erlaubten keine Unterkellerung, sondern erforderten eine Pfahlgründung. Daher bot es sich an, das Erdreich über Energiepfähle sowohl als Wärme- als auch als Kältequelle zu nutzen.

Heizung, Kühlung, Lüftung

Die Grundversorgung mit Wärme erfolgt über Wärmepumpen. Von den 850 statisch erforderlichen Gründungspfählen wurden 593 mit Absorberregistern versehen, die im Winter dem Erdreich Wärme zum Heizen entnehmen und im Sommer als Kältequelle genutzt werden. Verteilt wird die Heizwärme über Radiatoren an der Außenfassade und über die Lüftungsanlage. Die Zuluftführung in die Büroräume erfolgt über Rohre in den Decken. Die Abluft verlässt die Räume durch direktes Überströmen in die Kombizone und gibt ihre Wärme über einen Rotationswärmetauscher an die Zuluft ab. Der Gangbereich und die Kombizone werden zusätzlich über eine Fußbodenheizung temperiert. Bei Außentemperaturen über 8 °C nutzen die Wärmepumpen primär die Wärmequelle Außenluft, die über die Rückkühler erschlossen wird (Luft-Wasser-Wärmetauscher). Thermisch aktivierte Betonspeichermassen und zusätzliche Latentspeichermaterialien (PCM) sorgen im Zusammenspiel mit der Lüftungsanlage, der Nachtlüftung über automatisch öffnende Fenster und dem außenliegenden Sonnenschutz für komfortable Raumtemperaturen. Die Wärmeabfuhr erfolgt über die Lüftungsanlage und die Fußbodenkühlung. Bis zu einer Rücklauftemperatur von ca. 20 °C dient das über die Energiepfähle erschlossene Erdreich als Wärmesenke. Bei höheren Rücklauftemperaturen wird auf die Wasser-Glykol-Rückkühler auf dem Dach umgeschaltet. Zur Spitzenlastabdeckung wird Kälte aktiv über die reversiblen Wärmepumpen erzeugt (Abb. 5).

Tageslichtoptimierung und Kunstlichtkonzept

Ein wichtiges Kriterium der Lichtplanung war es, neben der Verbesserung der Energieeffizienz auch den Nutzerkomfort zu erhöhen. In diesem Zusammenhang wurde auf sichtbare Fensterstürze verzichtet und das Verhältnis von Geschosshöhe und Raumtiefe optimiert. Die außenliegenden Sonnenschutzlamellen sind zweiteilig ausgeführt und lassen im geschlossenen Zustand im oberen Bereich den Lichteinfall in die Raumtiefe zu. Die Gebäudeleittechnik steuert den Sonnenschutz automatisch fassaden- und etagenweise in Abhängigkeit von der Einstrahlung und der Temperatur. Ein innenliegender Blendschutz kann individuell positioniert werden (Abb. 6). In Zusammenarbeit mit einem Hersteller hat das Planungsteam eine energetisch hocheffiziente Stehleuchte weiterentwickelt, deren Indirektanteil mit zunehmender Raumtiefe steigt und für die Grundbeleuchtung in den Räumen und an den Arbeitsplätzen sorgt. Die Stehleuchten werden automatisch über die Gebäudeleittechnik (GLT) mittels eines Beleuchtungsstärke- und Präsenzsensors geregelt. Die Beleuchtungsstärke kann vom Nutzer individuell eingestellt werden. Die Kombizone wird indirekt über verglaste Bürotüren und Glastrennwände mit Tageslicht versorgt. Die elektrische Beleuchtung wird dort tageslicht- und präsenzabhängig geregelt.

 
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