Das Demonstrationsgebäude
Das dreigeschossige Einfamilienhaus sollte ausschließlich mit VIP gedämmt werden und möglichst viele unterschiedliche Einbausituationen für die Dämmpaneele bieten. Deshalb sind die Außenbauteile zum Teil als Massivbau (Kellerwände, Teile der Außenwände, Decken) sowie in Holzleichtbauweise (andere Außenwände, Dach) ausgeführt. Sie wurden jeweils vorgefertigt und mit bereits eingebauten VIP an die Baustelle gebracht. Auch das Dach deckt zwei Einsatzvarianten ab: Auf der Westseite ist es flach und auf der Ostseite ein Satteldach. Absichtlich wurde ein Grundstück mit Hanglage ausgewählt, um die VIP-Elemente im Kellerbereich hohen Ansprüchen bezüglich Statik, Fugendichtheit und Feuchteschutz auszusetzen. Dafür wurde eine Kombination der VIP mit Betondoppelwänden wasserundurchlässiger Qualität entwickelt. Die aufwendige technische Ausstattung kombiniert zwei in den Hang eingelassene Regenwasserzisternen, eine Wasser/Wasser- Wärmepumpe, Vakuumröhrenkollektoren, einen Schichtenpufferspeicher sowie ein elektrisches Nachheizregister. Zur Wärmeverteilung dienen an der Decke montierte Flächenheizsysteme, die im Sommer in Kombination mit einem Wärmetauscher in der Zisterne auch zur Kühlung genutzt werden. Für das Passivhaus zwingendes Kriterium war eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, die hier ausschließlich der Be- und Entlüftung dient. Eine Photovoltaik-Anlage soll so viel Strom liefern, wie durch die technischen Anlagen verbraucht wird.
Planen und Bauen mit VIP-Fertigteilen
Die Planung einer VIP-Dämmung sollte in enger Zusammenarbeit mit der Herstellerfirma erfolgen. Entweder richtet sich das Planungsraster nach den Paneelgrößen oder die Elemente werden nach Maß gefertigt. Dabei ist es sinnvoll, großformatige VIP einzuplanen, um durch möglichst große ungestörte Flächen im Verhältnis zum Randverbund – die „Schwachstelle“ der VIP – die Dämmeigenschaften zu optimieren. Gleichzeitig verkürzt das die Montagezeiten und senkt somit auch die Lohnkosten. Auf der Baustelle werden die Fertigteile wie gewohnt mit Kompriband bzw. Butylband zusammengefügt. Das Demonstrationsgebäude belegt, dass dabei eine schadensfreie Montage möglich ist. VIP-Elemente müssen aus diesem Grund also nicht unbedingt reversibel eingebaut werden. Die Weiterverarbeitung von VIPFertigteilen erfordert eine Beratung und gegebenenfalls Schulung und Einweisung des entsprechenden Personals. Die Montage ist dann von jedem Fachbetrieb ausführbar.
Adressen
Hersteller/Bauherr
Variotec GmbH & Co. KG
Architektur
Forstner Architektur
Monitoring
Fraunhofer ISE




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