Fertige Wandelemente
Bei einem jetzt im Test befindlichen Produkt der Fa. Hangleiter werden die Vakuum- Paneele an Wand- und Dachelementen aus Beton befestigt. Ein spezielles Herstellungsverfahren mit bereits vormontierten Verankerungen hält die Paneele auf Zug am Beton und nimmt zugleich die Unterkonstruktion für eine hinterlüftete Fassade auf. In Abb 3 ist der Wandaufbau dargestellt, in Abb 2 sind die Ankerbänder sowie die Vakuum-Paneele, die äußeren Schutzplatten und ein XPS- Randdämmstreifen an den Stößen zu sehen. Auf diese Weise entstehen raumhohe Betonfertigteile mit Vakuumdämmung, die mit einer hinterlüfteten Fassade ausgestattet werden. Die Elemente erreichen einen U-Wert von 0,15 W/m²K – dies entspricht Passivhausstandard – bei einer Gesamtstärke von nur 27 cm. Bei der Vakuumdämmung gewinnen eventuelle Wärmebrücken an Bedeutung.
Die erreichten U-Werte waren also allein mit einer konsequenten Minimierung der durch die Haltekonstruktion und der durch Fugenhohlräume verursachten Wärmebrücken realisierbar. Abb 4 zeigt eine am Teststand aufgenommene Thermographie: Im oberen Bereich sind deutliche Wärmeverluste erkennbar – hier setzt die konstruktive Optimierung von Fugen und Haltekonstruktion an (vgl. unterer Bereich). Vorteil der Fassadenelemente-Lösung ist die komplette Vorfertigung im Werk, außerdem können defekte Vakuum-Paneele auch nachträglich ausgetauscht werden. Es können beliebige Fassadenplatten einschließlich Putzträgerplatten verwendet werden. Auch individuelle Planungen können realisiert werden, vorausgesetzt sie werden an das im Mauerwerksbau übliche Grundraster von 12,5 cm angepasst.
Demonstrationsgebäude
In Ravensburg entsteht ein Niedrigenergie- Wohngebäude mit Bürotrakt (Abb 5), bei dem Betonfertigteile mit Vakuumdämmung eingesetzt und erprobt werden sollen. Mit der Vakuumdämmung erreichen die Wände Passivhausstandard. Abb 6 zeigt die Montage der Betonfertigteile auf der Baustelle. Die Passivhausfenster werden bereits im Werk in die Dämmebene integriert, so dass nachträgliche Anschluss- und Abdichtungsarbeiten entfallen. Die Fassadenplatten werden erst zum Schluss angebracht.
Vakuum macht Außenwände schlank
Moderne Gebäude mit einem Wärmeschutz gemäß Niedrigenergie- oder Passivhausstandard brauchen bislang eine 15 bis 30 cm starke Wärmedämmung. Die Wände werden also mit zunehmendem Wärmeschutz dicker. Das kann zum Problem werden insbesondere bei kleinen Grundstücken oder in den verdichteten Ballungsräumen, wo Bauland ein knappes Gut ist.
Gebäude mit Vakuum-Isolations-Paneelen in der Fassade sind mit schlanken Wandkonstruktionen sehr gut vor Kälte und Wärme geschützt: Wird beispielsweise ein Bürogebäude mit einem Grundriss von 15 mal 20 Metern statt mit 300 mm konventionellem Dämmstoff mit nur 40 mm dünnen VIPSandwich- Elementen gedämmt, so bedeutet dies einen Nutzflächengewinn von 17,4 m² pro Geschoss – bei einem 12-geschossigen Gebäude entspricht das mehr als 200 m². Die Vakuum-Isolation erweitert also den nutzbaren Raum oder hilft mit weniger Bauland auszukommen. Gleiches gilt für die Sanierung, wenn z. B. zum Straßenraum nur wenig Platz ist.
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