
© Dipl.-Ing. Manuela Skorka, Neuried
Vakuum-Isolation in Fassadenelementen
Von einem guten Wärmeschutz profitieren Gebäude doppelt: Im Winter bleiben die Innenflächen der Außenwände schön warm, bis nahe an die Außenwände und Fenster sind keine Komforteinbußen spürbar. Und im Sommer bleibt die Hitze draußen, vorausgesetzt die Lüftung wird geeignet organisiert.
Vakuum ermöglicht einen sehr guten Wärmeschutz auf engstem Raum - das zeigt schon die gute alte Thermoskanne. Jetzt kommt das Vakuum in die Gebäudefassade: Platten aus mikroporöser Kieselsäure werden unter Vakuum in eine gas- und wasserdampfdichte Folie gepackt. Diese Vakuum-Isolations-Paneele haben schon bei grobem Vakuum von 1 - 10 mbar eine extrem geringe Wärmeleitfähigkeit. Ihre Dämmwirkung ist 5- bis 10-mal besser als die konventioneller Dämmsysteme. Die Vakuumdämmung benötigt bei gleicher Dämmwirkung also entsprechend geringere Dämmstoffstärken – ein großer Vorteil bei beengten Platzverhältnissen oder bei hohen Ansprüchen an den Wärmeschutz.
Die Vakuumdämmung von Gebäuden ist eine noch ganz junge Technologie. Sie befindet sich gewissermaßen in der Labor- und Experimentierphase. Es gibt bereits eine Produktion im Technikumsmaßstab und erste Pionierprojekte. Doch es hat sich gezeigt, dass Vakuum-Isolations-Paneele für die Verarbeitung auf der Baustelle weniger geeignet sind, weil schon die kleinste Schramme die Platten belüftet und deren Wärmeschutzeigenschaften drastisch reduziert. Dieses Risiko kann mit einer Vorfertigung von Fassadenfertigelementen oder Sandwich-Elementen unter industriellen Produktionsbedingungen weit besser beherrscht werden.
Eine konsequente Optimierung für den Bauprozess gibt es nur vereinzelt und eine Auswertung der langfristigen Performance hat bislang noch nicht stattgefunden. Deshalb hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) ein großes Verbundprojekt gestartet, in dem verschiedene Unternehmen und Forschungsinstitute die Vakuumtechnik für den Einsatz in Gebäuden weiterentwickeln und testen. Die Praxistauglichkeit der verbesserten Lösungen wird im Labor (HotBox), an Fassadentesteinrichtungen und im Rahmen von Demonstrationsprojekten erprobt. Im Folgenden werden zwei Projekte vorgestellt, mit denen universell einsetzbare Fassadenelemente mit integrierter Vakuum-Dämmung entwickelt werden. Beide Konzepte ermöglichen schlanke Fassaden bei exzellentem Wärmeschutz. Sie sollen an Demonstrationsgebäuden praktisch erprobt und wissenschaftlich ausgewertet werden.
- Vakuum-Isolation in Fassadenelementen
- Fertige Wandelemente
- Vielseitige Sandwich-Elemente
- Fazit
- Forschung und Entwicklung
- Wie geht es weiter?
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Projektinfo 08/2004
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