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Energieeffizienz an der FH Bonn-Rhein-Sieg
Projektinfo 07/2002
 

Sichtbarer Baustein des Ökokonzeptes an der FH Bonn-Rhein-Sieg: die fassadenintegrierte Photovoltaikanlage im Eingangsbereich.

Mit kühlem Kopf studieren

Die Ausführung großer Baumaßnahmen wird in der Regel an einen Generalunternehmer vergeben. Die Gebäude entstehen oft unter hohem Zeit- und Kostendruck. Eine energiebewusste Planung scheint alles nur komplizierter zu machen, gerade wenn ohnehin verschiedenartige Nutzungen und die entsprechenden baulichen Anforderungen unter einen Hut gebracht werden müssen.

Es gibt viele erfolgreiche Beispiele dafür, dass sich Maßnahmen zur Energieeinsparung zweckmäßig in ein Gebäudekonzept integrieren lassen. Durch eine sorgfältige Planung und frühzeitige Zusammenarbeit mit den Fachingenieuren können ohnehin notwendige Elemente energetisch optimiert bzw. ersetzt werden. Die Betriebskosten sinken und der Nutzerkomfort steigt, ganz abgesehen von der ökologischen Qualität.

Schon bei der Auslobung des Architekturwettbewerbs, der einem Großprojekt oft voran geht, kann ein ökologisches Konzept eingefordert werden. Aber auch nach der Entwurfsphase ist es dafür nicht zu spät: Der Bau der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin zeigt, dass entsprechende Maßnahmen bei einem fertigen Entwurf den Energiebedarf erheblich senken können.

Bauherr der Hochschule ist das Land Nordrhein-Westfalen. Erst nach dem Architekturwettbewerb 1995 wurde entschieden, zusätzliche 4% der Bausumme für ökologische Zwecke einzusetzen. Dadurch konnte am Grundkonzept nicht mehr gerüttelt, aber über Ausführungsweisen und Zusatzmaßnahmen noch verhandelt werden. Eine breite, gut ablesbare und verständliche Palette energetisch-ökologischer Maßnahmen soll die Studierenden als Entscheidungsträger von morgen eine ökologischen Bauweise erfahren lassen. Verwirklicht wurden unter anderem ein erhöhter Wärmeschutz, effektive Tageslichtnutzung, adiabate bzw. passive Kühlung sowie zwei Photovoltaikanlagen. Die Fachhochschule wurde durch einen Generalunternehmer schlüsselfertig ausgeführt und ist seit 1999 in Betrieb. Die Bausumme betrug rund 50 Millionen Euro.

Im Rahmen des Förderkonzeptes SolarBau wurde die umfangreiche Evaluierung der Betriebsdaten vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert. Damit soll die Effektivität und Leistungsfähigkeit der Bausteine zur Energieoptimierung für große und komplexe Gebäudestrukturen im praktischen Betrieb wissenschaftlich überprüft werden. Mittelpunkt der Evaluierung sind Seminarräume und zentrale Hörsäle.