Fazit
Das Fabrikgebäude ist mit seinem umweltorientierten Ansatz vorbildlich. Durch bauliche und technische Maßnahmen wurde der Energieverbrauch auf 28,9 kWh/m²a (Wärme) bzw. 25,1 kWh/m²a (Strom gesamt) minimiert. Damit liegen die Energiewerte des Gebäudes weit unter dem heutigen Standard. Unsichere Aussagen aufgrund größerer Störzeiten der Messtechnik sowie technische Anfangsschwierigkeiten, die sich im ersten Evaluationsjahr auf die Ergebnisse auswirkten, lassen für die Zukunft noch niedrigere Werte erwarten. Durch das betriebsbegleitende Monitoring konnten Fehler entdeckt und beseitigt werden. Probleme bereiten vor allem die Wärmepumpen, die hinter der geplanten Leistung zurückbleiben.
Die Umsetzung des Anspruchs „Nullemissionsfabrik“ zu beurteilen, ist kompliziert. Vereinfachend kann man die Primärenergiebilanz heranziehen. Die CO2-Bilanz ergibt sich unter Berücksichtigung der jeweiligen Emissionsfaktoren für Energiebereitstellung und Energiebezug. De facto ist die Primärenergiebilanz zwischen Verbrauch und Produktion zur Zeit nicht ausgeglichen. Weil die Abwärme aus der Entwicklungsabteilung in das Heizkonzept einbezogen ist, ist der Energieverbrauch immer an den Betrieb gekoppelt. In diesem Falle entstand durch Versuche an Heizkesseln mehr Abwärme als in der Planung angenommen, die damit Wärme aus dem BHKW ersetzt. Dies zieht eine entsprechend geringere Stromproduktion durch das BHKW nach sich. Es ersetzt also mit seiner Netzeinspeisung weniger Strom aus konventioneller Erzeugung. Schwierig ist es weiterhin, die in den Versuchsständen produzierte Wärme primärenergetisch zu beurteilen: Handelt es sich um Abwärme, die ohnehin produziert und bei Nicht-Berücksichtigung verloren ginge oder muss man die Wärme als reguläre Heizenergie ansetzen? Würde man die Energieversorgung des Gebäudes von der Abwärme der Entwicklungsabteilung abkoppeln, könnte zwar auf dem Papier eine ausgeglichene Bilanz entstehen, aber die Wärme bliebe ungenutzt. Da der zusätzlich gekaufte Strom ebenfalls aus regenerativen Energiequellen stammt, wird das Ziel Nullemission letztlich doch erreicht, wenn auch nicht aus eigener Kraft. Würde das Gebäude planungsgemäß betrieben, kann man davon ausgehen, dass das Nullemissions-Konzept aufginge.
Das Thema Nullemission ist also stark von Rechenansätzen abhängig. Ziel muss es in jedem Fall bleiben, die CO2-neutrale Energieversorgung wirtschaftlich und zweckgemäß zu erreichen.
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