Fazit
Insgesamt zeigt das Beispiel im Vergleich mit Bürogebäuden in herkömmlicher Bauweise gute Energiekennwerte. Die Vorgaben zum Gesamtenergiebedarf für Heizwärme, Warmwasserbereitung, Gebäudetechnik und Beleuchtung, die Grundlage für die Aufnahme in das Förderkonzept SolarBau waren, werden mit 77,9 kWh/m²a nur um 11% überschritten. Vor allem aufgrund der regenerativen Wärmeversorgung können die Zielwerte für Primärenergieverbrauch (≤ 100 kWh/m²a) und CO2-Emissionen (≤ 23 kg/m²a) bequem eingehalten werden.
Die Planungsphase hat gezeigt, wie wichtig es ist, praktische Lösungen für die im Konzept erarbeiteten Vorgaben zu finden und in die Gesamtplanung einzubinden. Vor allem gute Tageslichtnutzung ist sehr eng mit dem Gebäude-Gesamtkonzept verknüpft. Je früher dieser Zusammenhang in der Planungsphase eines Gebäudes berücksichtigt wird, desto einfacher lassen sich gestalterische und lichttechnische Ansprüche vereinen. Die bei diesem Gebäude vom Bauherrn gewünschte Raumgestaltung führt zwar zu einem ästhetisch ansprechenden Arbeitsumfeld, die energetischen Zielwerte aus der Planung werden allerdings zum Teil verfehlt. Für die Lüftung zeigt die enge Zusammenarbeit der Projektbeteiligten bei der technischen und praktischen Umsetzung gute Erfolge.
Nach der Inbetriebnahme des Gebäudes war die Abstimmung der Gebäudeleittechnik aufwändiger als abzusehen. Anhand der detaillierten Messdaten konnten Fehler behoben und Abläufe optimiert werden. Die Messphase hat außerdem ergeben, dass die Simulation nach einer Anpassung der Ausgangsdaten an die realen Bedingungen den Ist-Zustand abbildet. Die Diskrepanz der im Vorfeld berechneten Werte zur Realität liegt also weniger am Verfahren als vielmehr an der Wahl der Randbedingungen. Hier müssen im Vorfeld die Zielwerte sorgfältig ausgesucht und abgestimmt werden. Bei der Prognose des tatsächlichen Heizenergiebedarfs ist zu berücksichtigen, dass die in den Berechnungsverfahren nach Wärmeschutzverordnung bzw. EnEV angenommene Innenraumtemperatur sehr niedrig liegt.
Adressen
Wissenschaftliche Begleitforschung
ZUB
Energiekonzept/TGA
solares bauen GmbH
Projektübergreifende Dokumentation
Fraunhofer ISE


