Betriebserfahrungen
Seit Februar 2002 werden Größen wie Raum- und Außentemperaturen, Strahlung, Energieströme bzw. -verbräuche sowie Betriebszustände erfasst und ausgewertet. Die umfangreichen Messdaten ermöglichten es, einige Fehlfunktionen der Gebäudeleittechnik zu diagnostizieren und zu beheben sowie Optimierungen vorzunehmen. Trotzdem liegen sowohl Wärme- als auch Stromverbrauch deutlich über den angestrebten Werten.
Die Beleuchtung, die entgegen der Annahmen praktisch während der gesamten Arbeitszeit eingeschaltet ist, erhöht den Stromverbrauch. Dieser bleibt aber noch unterhalb von 50% des Werts, den eine konventionell ausgelegte Beleuchtungsanlage erreichen würde. Die Lage der Büroarbeitsplätze in der Raummitte und die dunkle Innenausstattung schaffen zwar eine angenehme Atmosphäre, mindern allerdings das Tageslichtangebot deutlich. Zudem liegen für zahlreiche Oberflächen die gemessenen Reflexionsgrade deutlich unter den Planungsannahmen. Nur großflächige Eingriffe in die Arbeitsorganisation oder Innenarchitektur könnten die Situation verbessern. Der Austausch der zu Beginn für die Schreibtischbeleuchtung eingebauten 100 W Glühlampen würde ca. 4,08 MWh pro Jahr einsparen. Diese werden nun sukzessive ersetzt.
Der gemessene Heizwärmebedarf liegt zwischen 60 und 65 kWh/m²a und übersteigt die Konzeptwerte um rund 70%. Dazu tragen vor allem die Raumtemperaturen bei, die um 2 bis 3 Grad höher liegen als angesetzt. Die Solarstrahlung beeinflusst entgegen der Annahmen die Heizleistung nicht. Die Wärmepumpe deckt wie erwartet ca. 10% des Energieverbrauchs. Allerdings ist aufgrund der schlechten Jahresarbeitszahl zu überlegen, die Wärmepumpe im Sommer außer Betrieb zu nehmen.
Die Abluftanlage leistet die bedarfsabhängige Lüftung mit gutem Komfort. Während der letzten beiden Sommer hat auch die Nachtlüftung die erhoffte Wirkung gezeigt. Werden nachts zusätzlich die Fenster geöffnet, sinken die Temperaturen weiter. Im Jahr 2003 lag die Innenraumtemperatur nur in 3,5% der Stunden höher als 26°C, trotz des extrem warmen Sommers. Die im Rahmen des Projekts ermittelten Größen zur thermischen Behaglichkeit liegen im Rahmen der nach DIN vorgegebenen Grenzwerte. Lediglich die relative Raumluftfeuchte sinkt in den Wintermonaten unter 30%.
Adressen
Wissenschaftliche Begleitforschung
ZUB
Energiekonzept/TGA
solares bauen GmbH
Projektübergreifende Dokumentation
Fraunhofer ISE



