
Kinetische Speicherung von Elektrizität
Warum Elektrizität speichern, wenn doch das öffentliche Stromnetz überall und nahezu permanent verfügbar ist? Das öffentliche Stromnetz ist zwar gut, aber bei weitem nicht perfekt: Oberschwingungen, Spannungsschwankungen etc. trüben oftmals das Bild – sehr selten sind Totalausfälle. Aber schon kleine Störungen können bei unternehmenskritischen Anwendungen oder sensiblen Prozessen Schäden in Millionenhöhe verursachen – z. B. in EDV-Systemen, automatisierten Fertigungsprozessen etc. Mit Schwungmassenspeichern kann in „premium power“-Anwendungen die geforderte Qualität und eine deutlich höhere Zuverlässigkeit der Stromversorgung sichergestellt werden. Schwungmassenspeicher werden hierbei vor Ort als Kurzzeit-Stromspeicher eingesetzt und wirken zugleich als aktive Spannungsfilter zur Optimierung der Stromversorgung (local tuning).
Das Prinzip kennen wir von der antiken Töpferscheibe: Weil man von Hand nicht gleichzeitig den Ton formen und die Scheibe drehen konnte, musste erst mit viel Kraft und Geschicklichkeit die schwere Scheibe in schnelle Rotation versetzt werden, danach reichte der Schwung vielleicht für eine halbe Minute Töpfern. Mit der Verbreitung des Elektromotors ging der Bedarf an Schwungmasseantrieben deutlich zurück.
Heute sind Schwungmassenspeicher wieder sehr aktuell: Mit moderner Technik lässt sich jetzt Elektrizität auch in Form kinetischer Energie speichern. Insbesondere die heutigen elektrischen Antriebe können Energie bei sehr hohen Drehzahlen und innerhalb weniger Millisekunden einem Schwungrad zuführen oder entnehmen. So entwickeln sich die kinetischen Energiespeicher zur umweltgerechten und energieeffizienten Alternative von großen Blei-Säure-Batterien. Sie benötigen weniger Wartung und haben eine größere Lebensdauer.
In dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) geförderten Projekt DYNASTORE arbeitet ein Konsortium aus Industrie, Energiewirtschaft und Forschung an einem energieeffizienten Schwungmassenspeicher der neuen Generation. Der in Entwicklung befindliche Stromspeicher soll binnen 20 Millisekunden eine Leistung von 2 Megawatt in das Mittelspannungsnetz liefern können – und das über eine Zeitdauer von 20 Sekunden. Im Vergleich zu konventionellen Schwungrädern entsprechender Leistung soll der DYNASTORE-Speicher kompakter, leichter und daher flexibler einsetzbar sein. Zugleich will man bei reduziertem Wartungsaufwand die Lebensdauer auf 20 Jahre erhöhen und die Stand-by-Verluste ungefähr um den Faktor 10 reduzieren.
- Kinetische Speicherung von Elektrizität
- Kinetisches Prinzip
- Anwendungen
- Technologie DYNASTORE
- Fazit
- Ausblick
Downloads
Links
(1 Seite, 101 kB)
Fachartikel "Moderne Schwungmassenspeicher"
(12 Seiten, 2,6 MB)
Projektbericht "Flywheel electricity system"
(2 Seiten, 201 kB)
Zusatzinfomation Projekte Schwungräder
(1 Seite, 116 kB)

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