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Abb. 1: Luftbild des Wohnquartiers in Karlsruhe-Rintheim: Die nachhaltige Quartiersentwicklung wird mit einem integralen Energiekonzept gesteuert, das auch städtebauliche, wohnungswirtschaftliche, soziale und Mobilitätsaspekte berücksichtigt.
© Volkswohnung GmbH
Neue Sanierungsmethoden und Komponenten werden erprobt
Projektinfo 01/2010
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Integrales Energiekonzept für ein Wohnquartier

Weltweit wohnen rund 50% aller Menschen in Städten. Im Jahr 2020 werden es bereits über 60% sein. Erfolg im Klimaschutz entscheidet sich daher an Energieverbrauch und Schadstoffemissionen unserer Städte und Ballungsräume. Kommunen können wichtige Rahmenbedingungen für die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen vorgeben. Beispiele dafür sind Bebauungspläne und Festlegungen für Versorgungsstrukturen auf der Grundlage eines kommunalen Energiekonzepts. Als Anteilseigner an Stadtwerken oder Wohnungsgesellschaften haben Städte Einfluss auf den Ausbau der Fernwärme, die Nutzung erneuerbarer Energien oder die Sanierung von Wohngebäuden.

Und natürlich haben sie die Möglichkeit, bei Errichtung oder Sanierung ihrer eigenen Liegenschaften vorbildlich vorzugehen. Dies erfordert Handlungskonzepte auf der Stadtteil- oder Quartiersebene, mit denen Maßnahmen konkretisiert und die dafür zuständigen Akteure benannt werden. Deren Zusammenwirken – auf Basis definierter Ziele und Zuständigkeiten – ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Umsetzung.

 

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In Karlsruhe wird dies modellhaft erprobt: Mit der Entwicklung und Umsetzung eines Energiekonzepts für ein Wohnquartier im Stadtteil Rintheim soll neben bestmöglicher Kosteneffizienz eine Minimierung des Primärenergieeinsatzes und der CO2-Emissionen um über 80% erreicht werden. Parallel zum Aufbau eines Nahwärmenetzes sollen die Gebäude aus den 1950er und 60er Jahren kostenoptimal modernisiert werden. Der nachfolgende Betrieb der sanierten und an die Fernwärme angeschlossenen Gebäude wird über drei Heizperioden kontinuierlich überwacht und optimiert, die Bewohner in die Energiesparbemühungen einbezogen. Gegenstand der Forschung sind vor allem zwei Wohngebäude, die 2009-2010 energetisch sehr anspruchsvoll saniert und messtechnisch begleitet werden. Neben Innovationen in Gebäudekonstruktion, TGA, Mess- und Regelungstechnik sowie Mieterkommunikation soll erstmals ein sogenannter „Niedrigexergie-Ansatz“ (LowEx) für ein ganzes Wohnquartier realisiert werden. Das Vorhaben ist ein Pilotprojekt der BMWi-Forschungsinitiative EnEff:Stadt. Begleitende Maßnahmen zur Verbesserung der lokalen Infrastruktur und der sozialen Integration werden über das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ gefördert. Mit der Umsetzung des Quartierskonzepts wurde 2009 begonnen; sie soll bis etwa 2015 abgeschlossen sein.

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