Fazit
Das umfangreiche Messprogramm wurde in beiden Vorhaben zu Beginn diesen Jahres gestartet, so dass eine quantitative Auswertung in 2006 erfolgen kann. Erste Betriebserfahrungen beider Gebäude bestätigen die gewählten Konzepte. Sowohl in Tübingen als auch in Mannheim sind die Nutzer sehr zufrieden und die ersten Verbrauchswerte erreichen das gewünschte Niveau eines Passivhauses bzw. Niedrigstenergiehauses. In Mannheim konnte gezeigt werden, dass gegenüber dem einfachsten Luftheizungssystem mit nur einer Temperatur-Regelzone die Wohnqualität erheblich durch eine Luftheizung mit geschossweiser oder raumweiser Temperaturregelung, wie sie in den Systemvarianten 2, 3, 4 und 5 ausgeführt wurde, gesteigert wird. Die ausgewerteten Messergebnisse bestätigen, dass alle Systemvarianten den energetischen Zielwert von 3 Litern Heizöl pro m² und Jahr (Primärenergie) erreichen.
Das Raumklima hat in Bürogebäuden eine erheblich Bedeutung. Daher werden Arbeitsund Besprechungsräume über die Lüftungsanlage mit Frischluft versorgt. Besprechungsräume erhalten eine bedarfsgerecht zu steuernde Zu- und Abluftversorgung, da die stark variierende Belegung durch ein Zeitschema nicht erfasst wird. Um diesen Ansprüchen zu genügen, wurde für das Lüftungsgerät ein Prototyp entwickelt, der bei sehr geringem Stromverbrauch eine ausreichende Leistung erbringen kann. Der effektive Wärmebereitstellungsgrad der Anlage beträgt nach PHPP 80% bei einer elektrischen Leistungsaufnahme von 0,15 Wh/m³ . Die bisher gemessenen Stromverbräuche belegen die Planungswerte und Umfragen unter den Nutzern bestätigen die Funktionsfähigkeit.
Die geringe Wärmekapazität eines Dachausbaus in Leichtbauweise wurde durch den Einsatz PCM-haltiger Gipskartonplatten und Putze verbessert. Diese PCM-Flächen zeigen einen deutlich reduzierten Temperaturgang im Vergleich zur konventionellen Gipskartonplatte. In Tübingen konnten die bisher in Testkammern gewonnenen Erkenntnisse bestätigen, dass PCM-haltige Platten bei reiner Leichtbauweise eine wirksame Verbesserung darstellen. Allerdings kann die Wärmekapazität einer Massivwand durch PCM-haltige Bauteiloberflächen nicht erreicht werden. Die festgelegte Phasenübergangstemperatur – hier 26 - 28°C bietet in diesem Temperaturbereich eine verzögerte Temperaturerhöhung bzw. -rückgang. Raumklimatisch günstiger wäre bei der im Tübinger Projekt gesicherten nächtlichen Entwärmung, der Einsatz von Platten mit Übergangstemperaturen bei 24°C. Ziel weiterer Untersuchungen ist es, die Wirksamkeit durch eine weiter verbesserte nächtliche Auskühlung noch deutlich zu steigern.
Adressen
Projektdurchführung
Fraunhofer IBP
Projektdurchführung
Universität Stuttgart
Projektdurchführung
Hochschule für Technik Stuttgart
Projektdurchführung
ebök Ingenieurbüro
Projektdurchführung
GBG
Links
Projektpräsentation der
Forschungsinitiative EnOB (Mannheim)
Projektpräsentation der
Forschungsinitiative EnOB (Tübingen)
Downloads
Links
(1 Seite, 53 kB)
Abschlussbericht zum Bürogebäude in Tübingen
(6 Seiten, 128 kB)
Erste Messergebnisse des Mehrfamilienhauses in Mannheim
(9 Seiten, 1,0 MB)
Hinweis
Dieses Projektinfo ist derzeit vergriffen, als PDF-Download jedoch verfügbar


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