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Bürogebäude in Tübingen und Mehrfamilienhaus in Mannheim
Projektinfo 13/2005
 

Thermographieaufnahme des gedämmten Altbaus in Tübingen vor einem unsanierten Nachbargebäude; unten links: Bürogebäude in Tübingen unten rechts: Mehrfamilienhaus in Mannheim.
© Ingenieurbüro ebök, Tübingen, GBG MA

Gebäude sanieren – Komponenten im Test

Bei mehr als zwei Drittel aller Modernisierungen werden nur ästhetische aber keine energetischen Verbesserungen des Gebäudes durchgeführt. Das ist eine verpasste Chance für mehrere Jahrzehnte. Betrachtet man die Erneuerungszeiten für Wohngebäude, so betragen diese für Fassaden und Dächer 40-60 Jahre und für Fenster und Türen 20-30 Jahre. Dabei profitieren Eigentümer und Nutzer gleichermaßen von den Vorteilen einer energetischen Sanierung. Die Bewohner sparen Energiekosten und erhalten eine höhere Wohnqualität, die Eigentümer verbessern ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem Wohnungsmarkt. In der Innenstadt ist der Raum für Neubauten knapp und der Erwerb eines Altbaus kann auch aus diesem Gesichtspunkt eine interessante Alternative darstellen.

Es gibt gesetzlich vorgeschriebene Mindeststandards, die in der Energieeinsparverordnung (EnEV) festgelegt sind. Es ist jedoch weitaus mehr möglich. Einsparpotenziale von 80% sind durchaus realistisch. Um diesen hohen energetischen Anspruch erfüllen zu können, ist es erforderlich, den baulichen Wärmeschutz zu optimieren, Wärmebrücken zu vermeiden und effiziente Heizungs- und Lüftungsstrategien umzusetzen. Dieses Info zeigt am Beispiel von zwei modernisierten Gebäuden verschiedene Sanierungskomponenten, die eine Sanierung bis hin zum Passivhausstandard ermöglichen. Unterstützt wurden die Vorhaben über das Förderprogramm „Energieoptimiertes Bauen (ENOB)“, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) gefördert wird. Ein Schwerpunkt befasst sich mit der „Energetische Verbesserung der Bausubstanz (EnSan)“. Durch eine umfangreiche Erfassung der Messdaten wird die Funktion der eingesetzten Systeme überprüft. Können die geplanten Primärenergiekennwerte eingehalten werden? Bewähren sich die Komponenten im Einsatz? Ergänzt wird das Messprogramm durch Analysen zum Nutzerverhalten.

Bild 1 - projekt 1305 01: Thermographieaufnahme des gedämmten Altbaus in Tübingen vor einem unsanierten Nachbargebäude; unten links: Bürogebäude in Tübingen unten rechts: Mehrfamilienhaus in Mannheim.
Copyright: Ingenieurbüro ebök, Tübingen, GBG MA
Bild 2 - projekt 1305 02: Ausgewählte Gebäudedaten/Tübingen.
Copyright: BINE-Informationsdienst
Bild 3 - projekt 1305 03: Ausgangszustand und realisierte Sanierung/Tübingen.
Copyright:
Bild 4 - projekt 1305 04: A Raum im Dachgeschoss; B-D Die Thermographieaufnahmen entsprechen in etwa der dargestellten Ansicht A. B Die Raumdecke hat sich auf Temperaturen zwischen 27 und 28°C aufgewärmt. In der Decke ist eine leicht dunklere d. h. wärmere Fläche zu erkennen. Dort ist ein konventionelles Gipskartonstück (Referenz) eingebaut.
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Bild 5 - projekt 1305 05: Ausgewählte Gebäudedaten/Mannheim.
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Bild 6 - projekt 1305 06: Ausgangszustand und realisierte Sanierung/Mannheim.
Copyright: Ingenieurbüro ebök, Tübingen
Bild 7 - projekt 1305 07: Variante 1 mit einem Zuluft-Temperaturniveau.
Copyright: Universität Stuttgart
Bild 8 - projekt 1305 08: Variante 2 mit geschossweiser Temperaturregelung.
Copyright: Universität Stuttgart
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Im Gegensatz zum Neubau kommt beim Altbau erschwerend hinzu, dass verschiedene Parameter vorgegeben sind, die beispielsweise eine ausreichende Dämmung der Bodenplatte oder den massiven Ausbau von Dachgeschossen nicht ermöglichen. Hier sind Lösungen gefragt, die eine qualitativ hochwertige Sanierung kostengünstig umsetzen. Heizungs- und Lüftungsstrategien, die einen ausreichenden Luftaustausch und hohe Wärmerückgewinne garantieren, müssen entwickelt werden. Die vorgestellten Gebäude zeigen verschiedene Strategien auf, um z. B. die Beheizung und Belüftung von Niedrigstenergiehäusern umzusetzen oder in Bürogebäuden den hohen Anforderungen an das Raumklima gerecht zu werden.

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