Das Gebäude
Das 1972 in Plattenbauweise errichtete Gebäude besteht aus zwei zweigeschossigen Riegeln mit einem Sockelgeschoss für die Hausinstallation. Vor der Sanierung dienten kreuzförmige Verbindungsbauten zur Erschließung. Das Grundrisskonzept überzeugte durch die durchgehenden, zweiseitig belüfteten und belichteten Gruppenräume mit einer direkten Zuordnung von Sanitär und Garderobenbereichen sowie die geringen Verkehrsflächen in den Hauptbaukörpern. Problematisch war der Zugang zu den Hauptgebäuden, der weder eine einladende Eingangssituation bot noch übersichtlich war. Gemeinschaftszonen bzw. größere Räume für allgemeine Nutzungen fehlten.
Das neue Atrium
Durch den Abriss der Verbindungsbauten entstand ein großzügiger Zwischenraum, der lichtdurchlässig überdacht und an den Stirnseiten verglast wurde. Diese Grundrissänderung hat mehrere Vorteile: durch den zusätzlich entstehenden Spielbereich, der gleichzeitig der Erschließung dient, verbessert sich das Verhältnis zwischen Nutz- und Erschließungsfläche erheblich, bei nur leicht vergrößerter Außenfläche. Der hier entstandene Zwischenbereich ist nicht beheizt und wirkt daher wie eine thermische Pufferzone, wodurch Transmissions- und Lüftungswärmeverluste reduziert werden. Die Sanierung der Fassaden zu diesem Atrium hin entfällt und ihre Wärmespeicherfähigkeit bleibt erhalten. Lediglich die Oberfläche wird mit einer schlichten Holzverkleidung attraktiver gestaltet (Abb 4). Diese verschattet die Wände im Sommer und verbessert die Akustik im Spielbereich.
Die Dachkonstruktion ist mit einem Stahltragwerk frei zwischen die vorhandenen Gebäude eingestellt. Eine dreilagige Membrankissen- Konstruktion mit integrierter steuerbarer Verschattung (g-Wert 0,4 und 0,7) bildet die Überdachung. Die Folienkonstruktion wurde aufgrund ihrer wirtschaftlichen Vorteile durch geringes Gewicht und große Spannweite gewählt. Die Giebelseiten sind Holz-Aluminium-Glasfassaden. Das Atrium ist unbeheizt. In der kalten Jahreszeit temperiert die Solareinstrahlung durch das Foliendach und die gläsernen Stirnseiten den Raum und reduziert die Transmissionswärmeverluste der thermisch unsaniert gebliebenen Innenfassaden. Die Verschattung des Atriums zur Reduzierung der Sonneneinstrahlung in den Sommermonaten erfolgt durch Veränderung des Luftdrucks in der Membran-Dachkonstruktion. Ferner tragen die Speichermassen der dem Atrium zugewandten Außenwände zur Dämpfung der Temperaturspitzen bei. Die Nachtlüftung des Atriums verzögert die Aufheizung des Gebäudes tagsüber. Um eine Überhitzung zu vermeiden, sind Oberlichtöffner in den Außenfassaden angeordnet, die bei Bedarf öffnen und einen fünffachen Luftwechsel pro Stunde garantieren.
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Projektinfo 10/2006
(4 Seiten, 298 kB)
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Projektpräsentation der
Forschungsinitiative EnOB
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(1 Seite, 45 kB)
Bauphysikalische Untersuchung
(Uni Rostock, 29 S., 710 kB)






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