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Abb. 5: U-Wert der Bauteile vor und nach der Sanierung.
© BINE Informationsdienst

Abb. 6: Unterschiedliche Sanierungsvorhaben der baugleichen Gebäudehälften.
© BINE Informationsdienst

Abb. 7: Die Ansicht zeigt sanierte Balkenköpfe mit Stahlschwert und den Anschluss an die Außenwand mit Zuganker.
© target GmbH, Hannover

Abb. 8: Luftdichtung der Decke und der Gaubenwand.
© Dittert & Reumschüssel

Sanierungskonzept

Nach einer umfangreichen Bestandsaufnahme entstand das Konzept, die spiegelgleichen Haushälften auf unterschiedlichem energetischen Niveau zu sanieren, um einen Vergleich sowohl zwischen dem Energiebedarf und dem gemessenen Energieverbrauch als auch den Sanierungskosten zu ermöglichen. Das Standard-Gebäude (linke Gebäudehälfte) wurde entsprechend den Anforderungen des Hamburger Klimaschutzprogramms saniert. Gegenüber der EnEV werden leicht erhöhte Anforderungen an den Energiebedarf gestellt. Das EnSan-Gebäude (rechte Gebäudehälfte) wurde auf dem höheren energetischen Niveau des EnSan-Förderkonzeptes modernisiert (s. Abb. 5). Zur Wärmeerzeugung dient ein modulierender Gasbrennwertkessel (60 kW) mit zwei Pufferspeichern (je 1.000 l) über den beide Gebäudehälften mit Wärme versorgt werden. Eine thermische Solaranlage mit 30 m² Kollektorfläche unterstützt die Wärmebereitstellung (vorwiegend Warmwasserbereitung) des gesamten Gebäudes.

Gebäudehülle

Die historische Fassade sollte erhalten bleiben. Aus diesem Grund erfolgte die Dämmung im EnSan-Gebäude durch eine diffusionsoffene Innendämmung mit 5 cm dicken Kalziumsilikatplatten, die nach innen durch eine Gipsfaserplatte geschützt sind. Zwischen Gipskarton- und Silikatplatte befindet sich eine 2,7 cm dicke Luftschicht. Die Sanierung der Straßenfassade des Standard-Gebäudes wurde ab dem 1. Obergeschoss (bis auf die Fensterleibungen) ohne Dämmmaßnahmen ausgeführt. Die hofseitigen Fassaden erhielten im Standard-Gebäude eine 10 cm starke und im EnSan-Gebäude eine 16 cm starke Dämmung von außen. Die Kellerdecken bzw. Böden in den nichtunterkellerten Räumen wurden gegenüber dem Ausgangszustand deutlich verbessert, ebenso die Dämmung des Daches.

Balkenkopfsanierung

Ein Schwerpunkt im Rahmen des EnSan-Vorhabens war die Sanierung der Holzbalkendecken sowie deren Einbindung in die Außenwände. Die Straßenfassade im EnSan-Gebäude wurde innen mit Kalziumsilikatplatten gedämmt, so dass die Balkenköpfe eine Wärmebrücke bilden würden. Durch Kondensat an den Balkenköpfen verbunden mit den in den Wohnungen herrschenden Temperaturen können ideale Wachstumsbedingungen für holzschädigende Pilze entstehen. Die neu entwickelte Balkenkopfkonstruktion vermeidet einen direkten Kontakt zwischen Holz und Mauerwerk, indem der Deckenbalken im Bereich des Wandanschlusses durch ein gedämmtes Flachstahlschwert ergänzt wird. Diese Lösung zur thermischen Entkopplung kann unabhängig von der Deckenbalkenstärke eingesetzt werden. (Abb.7).

Innendämmung

Innendämmungen erhöhen prinzipiell die Gefahr der winterlichen Tauwasserbildung hinter der Dämmung und verringern das Austrocknungspotenzial der Wand. Durch einbindende Innenwände und Decken ergeben sich vermehrt Wärmeverluste durch Wärmebrücken, so dass der Einsatz einer Innendämmung einer sorgfältigen Planung bedarf. Als Innendämmstoff bieten heute Platten aus Kalziumsilikat das leistungsfähigste System. Es handelt sich um einen diffusionsoffenen Baustoff, der eine hohe kapillare Saugkraft besitzt. Mögliches Tauwasser hinter der Dämmschicht wird durch die kapillaraktiven Eigenschaften verteilt und zeitweise gespeichert. Darüber hinaus ist Kalziumsilikat durch seinen pHWert gegen Schimmelpilze resistent und besitzt einen hervorragenden Brandschutz. Ist eine Außendämmung aus gestalterischen Gründen nicht möglich, bietet eine Innendämmung mit Kalziumsilikat eine sehr gute Alternative.

 
Inhaltsübersicht Projektinfo 08/2008:
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