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Abb. 9: Energieverbräuche nach der Sanierung für das Jahr 2007 bezogen auf A(N) 1936 m².
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Abb. 10: Im Vergleich der Primärenergiebedarf bezogen auf A(N), berechnet nach EnEV.
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Abb. 11: Bruttobaukosten der Kostengruppe 200-500 nach Abrechnung bezogen auf die Wohn- und Nutzfläche (1.391 m²), bezogen auf A(N).
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Ergebnisse und Fazit

Der gesamte Energieverbrauch des Gebäudes wird erfasst. Zusätzlich ist in vier ausgewählten Wohnungen (eine im Standard-Gebäude) ein Messsystem installiert, das den Wärme- und Stromverbrauch, die Zirkulationsverluste, die Temperatur und Raumluftfeuchte sowie die Temperaturverläufe in den Außenwänden/Balkenköpfen ermittelt. Die Ergebnisse aus 2007 offenbaren, dass der Heizenergieverbrauch durch die energetische Sanierung um mehr als 70% reduziert werden konnte, im EnSan-Gebäude sogar um mehr als 80%, obwohl die Lüftungsanlagen nur sporadisch genutzt wurden. Dies ist ein Hauptgrund für die gegenüber den Bedarfswerten geringfügig erhöhten tatsächlichen Verbräuche (Abb. 9, 10). Die Wirkung der Innendämmung zeigt sich in den raumseitigen Außenwänden. Im EnSan-Gebäude liegt die Oberflächentemperatur merklich höher als im Standard-Gebäude.

Qualitätssicherung

Die energetische Sanierung von Gründerzeithäusern stellt an die Konzeption und Bauausführung hohe Anforderungen. Neben einer detaillierten Bestandsaufnahme, die u. a. durch Messungen, Laboruntersuchungen und Simulationen durch die TU Hamburg Harburg erfolgte, spielte eine professionelle Qualitätssicherung vor Ort eine wichtige Rolle. Diese übernahm das Passivhaus Institut im Rahmen von drei Baustellenbegehungen. Die Begutachtung hat sich schwerpunktmäßig mit den Themen Lüftungstechnik/Luftdichtheit (Blower-Door-Test), Wärmedämmung und Wärmebrücken befasst. Die Praxis zeigte, dass die Herstellung der Luftdichtheit bei Altbauten dieses Typs mit sehr großem Aufwand verbunden ist. Problempunkte sind: undichte Gebäudeanschlusswände, unverputzte Außenwände in der Ebene der Holzbalkendecken da diese z. T. kaum zugänglich sind.

Fazit

Die Sanierung des Gründerzeithauses in Hamburg ist erfolgreich verlaufen: Das Ziel, den Primärenergieverbrauch um mindestens 50% zu senken, konnte übertroffen werden. Die Heizenergieeinsparung im EnSan-Gebäude beträgt gegenüber dem Ausgangszustand über 80% und liegt ca. 25% unter der des Standard-Gebäudes, obwohl die installierten Lüftungsanlagen mit WRG kaum genutzt wurden. Hier verbirgt sich noch weiteres Einsparpotenzial. Die Bewohner sollten nicht die Möglichkeit haben, die Anlage komplett abzuschalten. Sinnvoll ist ein Minimal-Luftwechsel, der durch die Anlage gesichert wird sowie die Regelung für Raumtemperatur und Lüftung für die Nutzer selbsterklärend zu gestalten. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Sanierung der Balkenköpfe in Verbindung mit einer Innendämmung. Die neu entwickelte Balkenkopfkonstruktion erfüllt die Kriterien und ist aus thermischer und hygrischer Sicht erfolgreich einsetzbar. Damit ist es möglich, dass auch bei erhaltenswerten Fassaden ein vollständiger Wärmeschutz gewährleistet werden kann. Die umgesetzten Sanierungslösungen lassen sich künftig auf Vorhaben mit ähnlich gelagerten Anforderungen übertragen. Dies betrifft beispielsweise die Sanierung der Balkonträger und Balkenköpfe, der erfolgreiche Einsatz einer Innendämmung mit Kalziumsilikatplatten sowie die Erfahrungen, die mit der Luftdichtheit des Gebäudes gemacht wurden.

 
Inhaltsübersicht Projektinfo 08/2008:
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