Ausgangszustand
Das 1907 erstellte Gebäude besteht aus zwei grundrissgleichen Gebäudeteilen mit 4 Vollgeschossen und insgesamt 14 Wohnungen und vier Gewerbeeinheiten. Das Dachgeschoss ist teilweise ausgebaut. Die mit Stuckelementen verzierte Straßenfassade ist nach Westen orientiert und zeichnet sich durch die im ersten bis dritten Obergeschoss befindlichen auskragenden Balkone aus. Hinter dem Treppenhaus liegt ein nach oben offener Lichthof, über den einige Innenräume belichtet und belüftet werden (Abb. 3). Die Außenwände aus Ziegelmauerwerk verjüngen sich vom Erdgeschoss zu den darüber liegenden Geschossen (56 cm im Keller, 36 cm im 3. OG). Geheizt wurde bisher in unterschiedlichen Weisen mit Einzelöfen für Holz, Kohle, Gas, Strom oder Gas-Etagenheizungen. Auch die Warmwasserbereitung erfolgte mit verschiedenen Systemen. Aus den vorhandenen Abrechnungsunterlagen konnte der Primärenergieverbrauch für Raumheizung und Trinkwassererwärmung mit 315 kWh/m²a ermittelt werden (Abb. 4). Seit der Erstellung des Gebäudes wurden bis auf den Austausch weniger Fenster und einiger Elemente der Haustechnik keine energetischen Verbesserungen vorgenommen. Undichtheiten im Dachbereich, Feuchtigkeitsschäden an den Außenwänden, Schäden an den Holzbalkendecken sowie starker Rost an den tragenden Balkonelementen machten eine umfassende Sanierung notwendig.
Sanierung von Gründerzeithäusern
Sanierungsschwerpunkte sind: die Erneuerung der Haustechnik, die Beseitigung von Feuchteschäden im Keller- und Sockelbereich, die Fassade, die Erneuerung der Dacheindeckung, die Verbesserung von Wärme- und Schallschutz sowie die Neugestaltung der Wohnungszuschnitte
- Besonderes Augenmerk ist auf die Sanierung der Decken und des Daches zu legen, da die Holzbalkendecken durch Schädlinge befallen sein können; bei den Trägern der Kellerdecke besteht Korrosionsgefahr, vor allem im nicht einsehbaren Bereich der Wandanschlüsse.
- Verbesserungen des Wärmeschutzes sind wegen des Erhalts der schützenswerten Fassade mit einer Innendämmung erzielbar. Die Rückfassade, das Dach und die Kellerdecke sind standardmäßig dämmbar.
- Aufwendige Ausstattungsdetails wie Stuck oder Kaminöfen können zu hohen Sanierungskosten führen.
Adressen
Projektleitung
STEG Hamburg mbH
Planung
Dittert & Reumschüssel
Haustechnik
innovaTec Energiesysteme GmbH
Messtechnik
ABT, TU Hamburg-Harburg
Qualitätssicherung
Passivhaus Institut
Dokumentation, Öffentlichkeitsarbeit
target GmbH





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