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Zwei Energiestandards im Vergleich
Projektinfo 08/2008
 

Die spiegelgleichen Haushälften nach der Sanierung; linke Gebäudehälfte: Standard-Gebäude saniert nach Hamburger Klimaschutzprogramm, rechte Gebäudehälfte: EnSan Gebäude.

Abb. 1: Die spiegelgleichen Gebäudehälften vor der Sanierung.
© Dittert & Reumschüssel

Gebäude sanieren - Gründerzeithäuser

In vielen Städten prägen noch heute Wohngebäude aus der Gründerzeit ganze Straßenzüge oder gar Stadtviertel. Diese Gründerzeithäuser, die um die Jahrhundertwende bis 1918 entstanden, sind die charakteristischste Gruppe der innerstädtischen Altbauten. Mittlerweile zählen diese Stadtquartiere oftmals zu den bevorzugten Wohnlagen. Großzügige Raumzuschnitte, hohe Geschossdecken und die reichhaltige Ausstattung der Häuser mit Stuck machen sie besonders begehrt. Das war nicht immer so. Zunächst war es üblich, die Gründerzeitarchitektur abzureißen und durch Neubauten zu ersetzen. Erst in den 1970er Jahren konnte der Abriss gestoppt werden und eine behutsame Sanierung der noch verbliebenen Bausubstanz begann. Viele der Gebäude stehen heute unter Denkmalschutz.

Typisch für die Gründerzeitarchitektur ist eine etwa vier- bis sechsgeschossige Blockrandbebauung mit reich dekorierten Fassaden. Auf der Hofseite ist die Fassade meist schmucklos. Charakteristisch sind Außenwände aus Mauerwerk, die sich vom Erdgeschoss zu den darüber liegenden Geschossen verjüngen. In den Obergeschossen befinden sich Holzbalkendecken und über dem Kellergeschoss meist Stahlträgerdecken. Teilweise sind Bäder in den Wohnungen vorhanden. Ursprünglich versorgten Einzelofenheizungen die Gebäude mit Wärme. Der Heizwärmebedarf liegt nicht selten bei ca. 300 kWh/m²a. Die energetische Sanierung dieses Gebäudestandards wird in Hamburg an einem aus zwei baugleichen Gebäudeteilen bestehenden Gründerzeithaus exemplarisch durchgeführt. Ziel ist es, unterschiedliche Sanierungskonzepte zu realisieren, um diese hinsichtlich Effizienz und Kosten miteinander vergleichen zu können.

Bild 1 - projekt 0808 01: Die spiegelgleichen Haushälften nach der Sanierung; linke Gebäudehälfte: Standard-Gebäude saniert nach Hamburger Klimaschutzprogramm, rechte Gebäudehälfte: EnSan Gebäude.
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Bild 2 - projekt 0808 01a: Abb. 1: Die spiegelgleichen Gebäudehälften vor der Sanierung.
Copyright: Dittert & Reumschüssel
Bild 3 - projekt 0808 02: Abb. 2: Grundriss des Obergeschosses nach der Sanierung. Der Lichtschacht wurde zum innenliegenden Bad umfunktioniert.
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Bild 4 - projekt 0808 03: Abb. 3: Lichtschacht vor der Sanierung
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Bild 5 - projekt 0808 04: Abb. 4: Ausgewählte Gebäudedaten.
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Bild 6 - projekt 0808 05: Abb. 5: U-Wert der Bauteile vor und nach der Sanierung.
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Bild 7 - projekt 0808 06: Abb. 6: Unterschiedliche Sanierungsvorhaben der baugleichen Gebäudehälften.
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Bild 8 - projekt 0808 07: Abb. 7: Die Ansicht zeigt sanierte Balkenköpfe mit Stahlschwert und den Anschluss an die Außenwand mit Zuganker.
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Bild 9 - projekt 0808 08: Abb. 8: Luftdichtung der Decke und der Gaubenwand.
Copyright: Dittert & Reumschüssel
Bild 10 - projekt 0808 09: Abb. 9: Energieverbräuche nach der Sanierung für das Jahr 2007 bezogen auf A(N) 1936 m².
Copyright: BINE Informationsdienst
Bild 11 - projekt 0808 10: Abb. 10: Im Vergleich der Primärenergiebedarf bezogen auf A(N), berechnet nach EnEV.
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Bild 12 - projekt 0808 11: Abb. 11: Bruttobaukosten der Kostengruppe 200-500 nach Abrechnung bezogen auf die Wohn- und Nutzfläche (1.391 m²), bezogen auf A(N).
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Die Sanierung erfolgt nach zwei Standards, eine Haushälfte nach dem Hamburger Klimaschutzprogramm und die andere nach den Vorgaben des Forschungsbereichs „Energetische Verbesserung der Bausubstanz“ (EnSan), der Bestandteil des Förderkonzeptes Energieoptimiertes Bauen (EnOB) ist. Der berechnete Primärenergieverbrauch von ca. 315 kWh/m²a soll nach der Sanierung um mehr als 50% gesenkt werden. Besonderes Augenmerk des Forschungsvorhabens, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert wird, gilt der Entwicklung übertragbarer Lösungen zur Sanierung von Gründerzeithäusern. Gefragt sind beispielsweise die Innendämmung der Straßenfassade und neue Sanierungslösungen für Balkone und Balkenköpfe, um die Wärmeverluste zu reduzieren und Feuchteschäden zu vermeiden. Die Arbeiten sind mittlerweile abgeschlossen. Das Gebäude ist wieder bewohnt und war Gegenstand einer intensiven messtechnischen Untersuchung.

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