Fazit
Selten wird es für einen Neubau so gute Ausgangsbedingungen geben, wie in diesem Fall: die Möglichkeit, die Nordfassade an ein bestehendes Gebäude anzubauen und dessen Infrastruktur mitzunutzen und gleichzeitig auf der Südfassade die solaren Gewinne einstreichen zu können. Dazu noch engagierte Bauherren und Planer, die alle an einem Strang ziehen, da sie das Gebäude selbst nutzen. Aber aus den Betriebserfahrungen lassen sich auch für andere Gebäude Schlussfolgerungen ziehen. Die großflächige Wärmeschutzverglasung nach Süden hin hat sich in Verbindung mit einem effektiven Sonnenschutz als vorteilhaft erwiesen, so können im Winter die solaren Gewinne genutzt und im Sommer kann trotzdem eine Überhitzung vermieden werden. Gleichzeitig werden die dahinter liegenden Büros optimal mit Tageslicht versorgt.
Für Heizung und Kühlung wird man bei anderen Neubauten in der Regel nicht gleichzeitig Fußbodenheizung und Bauteilaktivierung einsetzen, im Zentrum für Umweltbewusstes Bauen dient dies vor allem Experimentierzwecken. Das System der Bauteilaktivierung hat sich dabei grundsätzlich bewährt, wenn es auch von einigen Nutzern als zu träge empfunden wird. Der Einsatz einer Bodenplattenkonditionierung ist kostengünstig und insbesondere dann sinnvoll, wenn durch weitere Maßnahmen die internen und externen Lasten beschränkt werden können. Dabei spielt die Größe der Bodenplatte im Verhältnis zu den zu kühlenden Flächen eine wichtige Rolle. Schwierig ist die Vorhersage, mit welcher Kälteversorgung aus dem Erdreich gerechnet werden kann. Sobald das Erdreich als Kältespeicher zur Verfügung steht, kann die Kühlung über den Estrich erfolgen, denn es wird kein weiterer Speicher benötigt. Führt jedoch ein Rückkühlwerk nachts die Wärme ab, ist es sinnvoll, die Kälte in der Betondecke zu speichern.
Die Auslegung der Lüftungsanlage für die Lüftungsbereiche Vortragssaal und Büroräume nicht nach dem Maximalprinzip hat energetisch, aber auch in Bezug auf die Kosten viel gebracht und bei der Luftqualität wenig Probleme bereitet. Dass Büroräume deshalb auch im Winter kurzzeitig über Fenster gelüftet werden müssen, war für die Planer akzeptabel. Der im Förderkonzept angestrebte Grenzwert von 70 kWh/m2a für die Summe aus Nutzenergie für die Beheizung und elektrischer Energie für die technische Gebäudeausrüstung konnte bei dem Gebäude mit 42 kWh/m2a (2002) und 31,7 kWh/m2a (2003) weit unterschritten werden. Dazu trugen die gute Wärmedämmung, die hohen Solarenergiegewinne über die Fassade und die effiziente Lüftungsanlage bei. Es machte sich auch bezahlt, bei der Ausstattung der Büros auf energieeffiziente Geräte bzw. Beleuchtungsregelung zu achten. Für die Mitarbeiter des ZUB konnte wärend der Messperiode mit den eingesetzten Mitteln zu jeder Zeit ein behagliches Raumklima erreicht werden.
Adressen
Architektur
Jourdan & Müller
Bauphysik/Energiekonzept/Simulation
Ingenieurbüro Prof. Dr. Hauser GmbH
Technische Gebäudeausrüstung
Ingenieurbüro Hausladen

