Betriebserfahrungen
Der Endenergieverbrauch für die Beheizung liegt mit 30,7 kWh/m²a (2002) und 24,7 kWh/m²a (2003) dicht am berechneten Bedarf und zugleich weit unter den Vorgaben des Förderkonzepts. Als Stromverbrauch für Haustechnik, Beleuchtung und Arbeitsmittel wurden im Jahr 2002 21,6 kWh/m²a gemessen, im Jahr 2003 18,7 kWh/m²a. Davon macht das Kunstlicht im Durchschnitt 3,5 kWh/m²a aus. Die tageslichtabhängige Kunstlichtsteuerung und die bedarfsgeregelte Lüftung führten gegenüber Standardbetriebsweisen zu hohen Einsparungen.
Bei der Büroausstattung machen vor allem die Verwendung von LCD-Monitoren und die geringe Anzahl von Druckern den niedrigen Verbrauch aus. Mit Hilfe der Flächensysteme (Fußbodenheizung und Deckensystem) wurden Heizleistungen von bis zu 80 W/m² und Kühlleistungen von bis zu 40 W/m² erreicht. Im ersten Winter wurden Fußboden- und Betonsystem parallel betrieben, in der zweiten Heizperiode wurde ausschließlich über das Fußbodensystem geheizt. Weder Energieverbrauch noch thermische Behaglichkeit änderten sich dadurch. Gekühlt wurden die Räume ausschließlich über das Fußbodensystem, da das Erdreich als Speicher zur Verfügung steht und kein zusätzlicher Speicher in der Baukonstruktion, im thermisch trägeren Betondeckensystem, nötig ist. Der Bodenplattenwärmetauscher erreichte dabei eine Leistungszahl für die Kälteerzeugung (Verhältnis zwischen der erzielten Kälteleistung und der aufgewendeten elektrischen Energie) von ca. 23, im Vergleich zu ca. 3,5 bei konventioneller Kälteerzeugung. Die über die Heizperioden gemittelte Büroraumtemperatur ist aufgrund der solaren Strahlung über die Südfassade mit rund 22°C hoch. Dagegen blieben die Übertemperaturgradstunden, ein Maß für die sommerliche Überhitzung von Innenräumen, auch im Jahrhundertsommer 2003 mit im Mittel 145 Kh/a relativ gering. Es herrschten also nur in ca. 4% der Jahresnutzungsdauer Innenraumtemperaturen über 26°C.
Das umgesetzte Lüftungskonzept, das im Winterbetrieb eine mechanische Lüftung und im Sommer die Fensterlüftung vorsieht, hat sich während der gemessenen Betriebsjahre bewährt. Im Vortragssaal konnten mit Hilfe der Lüftungsanlage bei voller Belegung die CO2-Grenzwerte teilweise nicht eingehalten werden, was sich jedoch in der Praxis als unproblematisch erwiesen hat. Die Büros wurden allerdings im Winter nicht ausreichend über Fenster gelüftet, wenn die Lüftungsanlage nicht zur Verfügung stand.
Adressen
Architektur
Jourdan & Müller
Bauphysik/Energiekonzept/Simulation
Ingenieurbüro Prof. Dr. Hauser GmbH
Technische Gebäudeausrüstung
Ingenieurbüro Hausladen
Service
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Projektinfo 05/2005
(4 Seiten, 310 kB)
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