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Effizienzgewinn durch niedrigeres Temperaturniveau: Gut 160 GWh mehr Strom pro Jahr erzeugt die neue GUD-Anlage im Münchner Süden, indem sie die Turbinenabwärme nicht in ein Dampf-Fernwärmenetz, sondern in das neue Heißwassernetz auskoppelt.
Pilotprojekt in München
Projektinfo 01/2007
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Fernwärme-Dampfnetze auf Heißwasser umstellen

Dampf war das erste Wärmeträgermedium, das für die Wärmeverteilung in Fernwärmenetzen genutzt wurde. Dies ist nicht verwunderlich, denn Dampf spielte im Kraftwerksprozess schon immer die dominierende Rolle, so dass es einfach war, nahe zum Kraftwerk liegende Kunden mit Dampf zu versorgen. Heute ermöglicht moderne Kraftwerkstechnik die effizientere Ausnutzung von Dampf bei der Erzeugung des wertvollen Stroms. Die höchste Effizienz der Primärenergienutzung wird durch die gekoppelte Erzeugung von Strom und Heizwärme in Form von Heißwasser erzielt, weshalb für die Wärmeversorgung Wasser als Fernwärme-Transportmedium vorteilhaft ist.

Der verstärkte Ausbau der Fernwärmeversorgung insbesondere in den 60er und 70er Jahren hat die Nachteile von Dampfnetzen immer stärker zum Vorschein gebracht: Bau und Betrieb sind insgesamt deutlich teurer als bei Heißwassernetzen. Dampfnetze erfordern eine komplexe Kondensatwirtschaft und damit einen hohen Wartungs- und Instandhaltungsaufwand. Ihre Betriebstemperaturen sind deutlich höher, woraus hohe Wärmeverluste resultieren. Die einsetzbaren Rohrleitungen bzw. Verlegesysteme für Dampf sind aufwändig, dadurch wird ein Neuanschluss von Kunden kostspielig und das Ausbaupotenzial der Fernwärme insgesamt begrenzt. Die hohen Temperaturen verhindern zudem eine effektive Kraft-Wärme-Kopplung sowie die Einbindung von Niedertemperaturwärme aus industrieller Abwärme oder regenerativer Energien. Heute sind die meisten Dampfnetze sanierungsbedürftig, ihre Zukunftsfähigkeit stark in Frage gestellt. Gleichzeitig kommen aus dem Gasmarkt neue Impulse für die Fernwärme, denn die Netznutzungsentgelte in der Gasversorgung sind deutlich gesunken und die Gaspreise derzeit alles andere als stabil.

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Die Folge: Der Fernwärme bieten sich neue Marktpotenziale, der Umstellungsdruck auf die verbliebenen Dampfnetzbetreiber steigt. In einigen deutschen Städten wurden bereits Dampfnetzumstellungen durchgeführt. Der Wechsel des Wärmeträgermediums war dort immer mit einem gleichzeitigen Neubau des Heißwasserverteilnetzes verbunden. Im Rahmen eines BMWi-Forschungsvorhabens wurde ein technisch-wirtschaftliches Umstellungskonzept für das Münchener Dampfnetz – das größte in Deutschland – entwickelt und umgesetzt. Die Besonderheit des Münchener Pilotvorhabens: Im Zuge der Umstellung wurden weltweit erstmals die existierenden Dampf- und Kondensatleitungen als Heißwasservor- und -rücklauf weitergenutzt. Zusammen mit einer geplanten neuen GuD-Anlage entsteht dadurch in München eines der modernsten Fernwärmesysteme in Deutschland.

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Adressen

Ausführende Ingenieure
GEF Ingenieur AG

Downloads

"Kondensatwirtschaft"
(Basisinformation, 1 S., 15 kB)

Fachartikel zum Thema
(EuroHeat&Power, 4 S., 1,3 MB)

Kundeninfo
(SWM, 2 S., 925 kB)

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