
© Sur-Tec GmbH, Zwingenberg
Fabrik nach Passivhauskonzept
Der Bau von Fabrikgebäuden nach Passivhauskonzept ist bisher wenig erprobt. Im Wohnungsbau existieren bereits zahlreiche Bauelemente, die den Bau eines weitgehend luftdichten Gebäudes ermöglichen, das ausschließlich über die Zuluft beheizt wird. Die speziellen Anforderungen eines Betriebes mit Produktionsund Laborbereich, Lagerhaltung sowie Bürotrakt und geringem Heizenergiebedarf stellen eine große Herausforderung an die Planung und erfordern neue technische Lösungen.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) unterstützt deshalb im Rahmen seines Förderkonzeptes „SolarBau“ die Planung und das Monitoring von energieeffizienten und solaroptimierten Gewerbebauten. Mit dem Neubau der Firmenzentrale der SurTec GmbH wurde erstmals in Europa ein Fabrikgebäude nach Passivhauskonzept errichtet. Das Baugrundstück liegt zwischen einer Bahntrasse, Bundesstraße und einem reinen Wohngebiet und bedarf einer besonderen Gebäudegestaltung.
Die Nord-/Südausrichtung der Hauptfassaden, um solare Gewinne optimal zu nutzen, war aufgrund der Grundstücksform nicht möglich. Dies ist für die Bauausführung eines Gebäudes mit geringem Energiebedarf kein Hinderungsgrund.
SurTec entwickelt, produziert und vertreibt Produkte und Verfahren für die Oberflächenbehandlung (Reiniger und Galvanotechnik). 50 Mitarbeiter sind in Entwicklung, Produktion und Verwaltung beschäftigt, wobei ca. die Hälfte der Belegschaft Verwaltungsarbeiten erledigt. Die Produktions- abläufe in der chemischen Industrie stellen spezielle Ansprüche an das Luftdichtigkeits- und Lüftungskonzept.
Die Lüftungsanlage muss die gesetzlich geforderte Luftqualität am Arbeitsplatz (Produktion/Lager) garantieren. Um die Lüftungs- und Wärmeverluste über die LKW-Anlieferung zu reduzieren, wurde eine spezielle Anbindung der Torabdichtungen an das Gebäude entwickelt und die Türblätter erhielten eine Dämmung mit Vakuumpaneelen. Das Atrium wurde als Aufenthaltsbereich konzipiert und versorgt die Produktion mit Tageslicht. Es erfüllt im oberen Bereich die Funktion einer Abluftzone. Die Glaskonstruktion ist in einer neu entwickelten Pfosten-Riegel-Konstruktion aus Metall ausgeführt worden. Der U-Wert beträgt ca. 0,8 W/m²K, so dass die solaren Gewinne über das gesamte Jahr gerechnet die Verluste annähernd ausgleichen.
Das Gebäude wurde ab Sommer 2000 bezogen. Zeitgleich begannen im Rahmen des Forschungsvorhabens die umfangreichen Messreihen, so dass mittlerweile erste Zwischen- ergebnisse vorliegen.

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