
Energieeffizienz im Investorenobjekt
Oft sprechen steuerliche und finanztechnische Gründe dafür, dass Bürobauten von Investoren errichtet und dann vermietet werden - auch wenn der Bauauftrag vom Nutzer kommt. Dabei sind die Interessen der Beteiligten oft unterschiedlich. Während für den Investor geringe Baukosten und eine fristgerechte Ausführung im Vordergrund stehen, sind für den Nutzer niedrige Betriebskosten und hoher Komfort am Arbeitsplatz sowie eine ansprechende Gestaltung von Bedeutung.
Der Neubau eines Verwaltungsgebäudes für 190 Mitarbeiter der DB Netz AG in Hamm erfüllt diese Anforderungen der Beteiligten und zeigt, dass dabei auch ein Gebäude mit vergleichsweise geringem Primärenergiebedarf entstehen kann. Ein errechneter Gesamtprimärenergiebedarf für die technische Gebäudeausstattung unter 100 kWh/m²a war auch ausschlag- gebend dafür, dass Teile der Planung und das Monitoring des Gebäudes im Rahmen des Förderkonzepts "SolarBau" vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) unterstützt wurden.
Schon in der Entwurfsphase war zwischen Bahn, Architekten und Energieplanern angestrebt, ein angenehmes Innenklima mit möglichst geringem technischen Aufwand zu erzielen. Grundidee war es, interne und externe Wärmelasten weitgehend zu reduzieren und durch Grundrissgestaltung und Materialwahl das Gebäude als Bestandteil des Energiekonzepts heranzuziehen. So kann fast vollkommen auf konventionelle Klimatisierung verzichtet werden und einfache Mittel wie die passive Solarenergienutzung tragen auch zur Beheizung bei. Damit sind sowohl die Investitionen für die technischen Anlagen und ihr Platzbedarf reduziert als auch der Energieverbrauch im Gebäudebetrieb gesenkt und ein geringer Bedienungsund Wartungsaufwand zu erwarten. Außerdem wurde Wert darauf gelegt, dem einzelnen Nutzer weitgehende Einflussmöglichkeiten auf das Raumklima einzuräumen.
Nach Abschluss der Entwurfsphase wurde das Grundstück an einen Investor verkauft, der das geplante Gebäude errichten ließ und an die DB Netz AG zurückvermietet. Das Projekt zeigt auch die besonderen Schwierigkeiten, die eine solche Konstellation für ein erfolgreiches Energiemanagement aufwirft.
Das Vorhaben wird seit der Konzeptionsphase vom Fachgebiet Bauphysik und Technischer Ausbau (fbta) der Universität Karlsruhe begleitet. Für die Berechnung des Erdreichwärmetauschers und die Bewertung der passiven Kühlung war das Fraunhofer ISE beteiligt. Die seit April 2000 erhobenen Messdaten werden in Form einer eigens dafür entwickelten Datenbank auch im Internet präsentiert.
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(4 Seiten, 648 kB)
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