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Gebäudesteckbrief
© BINE Informationsdienst

Grundriss
© Lichtblau Architekten

Der Verlauf des Tageslichtquotienten zeigt die Wirksamkeit der Maßnahmen zur natürlichen Belichtung des Gebäudes.
© TU München

Gebäudekonzept

Die Anlage gliedert sich in zwei Riegel mit einem Kopfbau im Osten. Ein breiter, überglaster Gang, die so genannte Werkstraße, verbindet die Gebäudeteile. Im Erdgeschoss befinden sich die Handwerks- und Montagewerkstätten, darüber im nördlichen Riegel Büros. Im zweigeschossigen Kopfbau liegen der Speisesaal mit Galerie und Gymnastikraum, die Großküche sowie eine Hausmeisterwohnung. Für Gebäudetragwerk, Fassaden und Dach wurden reine Holzkonstruktionen eingesetzt mit Dämmung aus Zellulose. Die Bodenplatte besteht aus Stahlbeton, ebenso der zweigeschossige Technikbereich, der auch zur Aussteifung beiträgt. Die Fenster sind im Süden zweifach ansonsten dreifach verglast. Oberlichter mit transluzenter Wärmedämmung streuen das Tageslicht in die Raumtiefe. Als Sonnenschutz an den Südfassaden dienen zwischen Oberlicht und Fenster fest montierte PV-Module im OG bzw. im EG Glasscheiben mit zwischenliegender farbiger Folie. Die geneigten, nach Süden orientierten Glasflächen vor dem Speisesaal und dem Südriegel sind mit außen liegenden Verschattungsanlagen versehen. Die Werkstraße wird von innen horizontal verschattet. Lichtkuppeln (Süd) bzw. ein Shedband (Nord) mit verspiegelten Lichtschächten durch das Obergeschoss hindurch verbessern die Tageslichtversorgung der 16 bzw. 19 m tiefen Werkstatträume. Alle Dächer sind begrünt. Blower-Door-Tests ergaben für den beheizten Baukörper eine Luftdichtigkeit von n50=0,6 h-1, für den Gesamtkomplex n50=0,81 h-1.

Vergleichende Lebenszyklusanalyse

Eine ökologisch-ökonomische Bilanzierung über den gesamten Lebenszyklus mit Hilfe des integralen Software-Programms LEGEP begleitete die Planung. Als grundlegende Alternativen wurde der geplante Holzbau in Niedrigstenergiestandard verglichen mit einem konventionellen Massivbau nach EnEV-Standard. Kriterien waren Kosten, Energiebedarf und Umweltbelastungen durch Bau, Betrieb und Abbruch. Ein Kostenmehraufwand kleiner 6% für die Planung und Erstellung des Gebäudes als Holzbau verringert demnach die Belastung für die Umwelt deutlich – und dies sowohl für die Errichtungs- als auch für die Nutzungsphase. Der niedrige Energiebedarf und die Nutzung regenerativer Energiequellen schaffen bereits über einen kurzen Betriebszeitraum eine erhebliche Umweltentlastung im Vergleich zum konventionellen Gebäude, ebenfalls verbunden mit geringeren Energiekosten. Ausgehend von einer Energiepreissteigerung von jährlich 5% wurde eine Amortisation der höheren Anfangsinvestition für 15 Jahre berechnet. Bei Baubeginn war die Bilanzierung noch nicht abgeschlossen, Abschätzungen flossen aber in Planungsentscheidungen ein. So sprach die Analyse der Herstellungsenergie für Brettstapeldecken anstelle von Betondecken. Aspekte wie „Reinigung“ und „Wartung“ beeinflussten die Wahl der Oberflächenbehandlung mit Öl (gegen Lack) und des Bodenmaterials Linoleum.

 
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Adressen

Bauherr/Nutzer
Lebenshilfe

Energiekonzept/Gebäudetechnik
Ingenieurbüro Hausladen

Monitoring
TU München

Downloads

Energiekennzahlen
(1 Seite, 13 kB)

Grunddaten und Kennwerte
(Lichtblau, 6 S., 64 kB)