Betriebserfahrungen
Das Gebäude erreicht im Betrieb der ersten zwei Jahre gute Energiekennwerte, wenn auch noch nicht die Planungswerte (Abb 7). Dies liegt unter anderem daran, dass Anlagenbetrieb und Gebäudenutzung nicht immer mit den Planungs- und Simulationsannahmen übereinstimmen. Beispielsweise belegt der über das gesamte Jahr nahezu konstante Stromverbrauch für die Beleuchtung der Werkstätten, dass die Nutzer eine höhere Beleuchtungsstärke wünschen, als nach Arbeitsstättenrichtlinie erforderlich, denn dieser Wert würde im Sommer auch ohne Kunstlicht problemlos eingehalten.
Für verschiedene technische Problempunkte sind Lösungen entwickelt, die im Laufe des Jahres 2007 umgesetzt werden sollen.
- An kalten Sommertagen und in den Übergangszeiten speist die Wärmepumpe die Fußbodenheizung. Gleichzeitig ist der Pelletkessel nur für die Warmwasserbereitung in Betrieb und zeigt deshalb einen schlechten Wirkungsgrad. In Zukunft wird die Wärmepumpe dann komplett abgeschaltet.
- Die Steuerung der Lamellenfenster steht bisher nur in Zusammenhang mit der Innentemperatur. Dadurch gelangt im Sommer häufig zu warme Außenluft ins Gebäude. Im Lüftungsverhalten zeigt sich analog, dass die Fenster auch dann geöffnet werden, wenn die Außentemperatur über der Innentemperatur liegt. Eine „Lüftungsampel“ in der Werkstraße soll nun anzeigen, ob die Fassadenklappen geöffnet oder geschlossen werden sollten.
- Der bewegliche Sonnenschutz für den Bereich Südriegel/ Speisesaal funktioniert nicht ausreichend: Momentan wird er vorwiegend manuell bedient, eine Koppelung an die Globalstrahlung wurde nicht realisiert. Nun soll der Sonnenschutz automatisch geregelt werden mit einer Möglichkeit zur manuellen Nachregulierung. Zusätzlich wird für Tage mit tief stehender Sonne der ursprünglich geplante innenseitige Blendschutz nachgerüstet.
- Die südorientierten Werkstätten werden u. a. aufgrund der vorgenannten Sachverhalte im Sommer zu warm. Zusätzlich wurde die in der Planungsphase vorgesehene thermische Abtrennung des Sonnenraumes (Schrägverglasung vor Südriegel) mit einer Glaswand auf Bauherrenwunsch nicht ausgeführt, wäre aber ganzjährig von Vorteil für das Raumklima. Vorerst sollen an „Extremtagen“ im Sommer die Lüftung, Fußbodenkühlung und Deckenstrahlplatten im Dauerbetrieb laufen.
Adressen
Bauherr/Nutzer
Lebenshilfe
Architektur
Lichtblau Architekten BDA
Energiekonzept/Gebäudetechnik
Ingenieurbüro Hausladen
Monitoring
TU München



