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60% weniger Energiebedarf als Standardhalle
Projektinfo 06/2001
 

Die Produktionshalle der Fa. Hübner in Kassel-Waldau hat ein außergewöhnliches Energiekonzept: Niedrigenergiebauweise, Tageslicht- und Sonnenenergienutzung sowie passive Kühlung mit Quelllüftung.

Energetisch optimierte Produktionshalle mit neuem Lüftungssystem

In der Planung von Industriebauten dominieren sehr stark die produktionstechnischen Anforderungen. Und ein im Vergleich mit Wohn- oder Verwaltungsgebäuden oft besonders enger Kostenrahmen hat den Bau von architektonisch oder energetisch anspruchsvollen Industrie- hallen bislang weitgehend blockiert. Es ist also nicht verwunderlich, dass Stahl- und Stahlbeton-Systemhallen weiterhin Konjunktur haben.

Vor dem Hintergrund kann eine 1998 errichtete Produktionshalle überzeugen: Mit dem 2.000 m² großen Gebäude konnte gezeigt werden, dass auch im Industriebereich eine kostengünstige Produktionshalle im Niedrigenergiestandard realisiert werden kann, die zudem eine hohe Arbeitsplatzqualität bietet.

Die Fa. Hübner wollte in Kassel eine neue Produktionshalle bauen, in der vorgefertigte Komponenten für Schienenfahrzeuge montiert werden sollen. Der ökologisch vorteilhafte Baustoff Holz sollte soweit möglich eingesetzt werden, solange nur die Baukosten für die Halle 510 € pro Quadratmeter nicht überschreiten. Aus diesen Vorgaben entwickelte das Planungsteam ein ambitioniertes Gebäudekonzept, das sich durch eine niedrige Primärenergiebilanz, hohe Luftqualität und Tageslichtautonomie, Ästhetik, Lärmarmut und hohe thermische Behaglichkeit auszeichnen sollte:

Das Gebäude – eine zweischiffige Sheddach-Halle in Holzskelett- Tragkonstruktion – ist nach Niedrigenergie-Standard wärmegedämmt, es nutzt Sonnenenergie zur natürlichen Belichtung und zur Warmwasserbereitung, große Erdkanäle dienen der Luftvorwärmung bzw. Kühlung, wobei die realisierte Quelllüftung allein durch den natürlichen thermischen Auftrieb gewährleistet ist.

Die Planung und das derzeit laufende Monitoring dieses beispielhaften Industriebaus werden im Rahmen des Förderkonzepts SolarBau vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert. Neben den energetischen und raumklimatischen Auswertungen beinhaltet diese Untersuchung auch eine soziologische Begleitstudie zur Arbeitsplatzqualität sowie einen Hygienetest für das neuartige Lüftungssystem.