Speichermasse und Akustik
Betonkerntemperierung sowie andere Maßnahmen zur passiven Klimatisierung benötigen offene Raumdecken als thermisch speicherfähige Bauteile. Abgehängte Decken oder andere Schallabsorber wären hier kontraproduktiv, da sie nahezu immer auch wärmedämmend wirken – eine besondere Situation für die raumakustische Optimierung. In einer Studie wurden u. a. zwei Räume des Aachener Bürogebäudes untersucht, denn bei einer Nutzerbefragung zeigten sich 17% „unzufrieden“ oder „sehr unzufrieden“ mit der akustischen Situation. Die Materialien der Räume sind mit Sichtbetonoberflächen und unverkleideten Decken schallhart. Größtenteils entschärft Nadelflies die Schallsituation.
Messungen und Simulationen ergaben für ein Zwei-Personen-Büro akzeptable Nachhallzeiten nahe dem in DIN 18041 empfohlenen Wert. Zusätzliche offene Akten- oder Bücherregale und Plattenabsorber an den Seitenwänden könnten weitere Verbesserungen bringen. Bei einem etwa 50 m² großen Raum, der für Besprechungen sowie für Vorträge und Präsentationen genutzt wird, bestätigten Messungen Nutzeräußerungen, die den Raum als „viel zu hallig” einstuften. Vorwiegend bedarf es hier einer akustischen Bedämpfung bei tiefen Frequenzen. Konventionelle Plattenabsorber an den Seitenwänden und an der Stirnwand, auch als Pinwände bzw. Projektionsfläche verwendbar, wären Simulationen zufolge eine geeignete Lösung. Insgesamt ergab die Studie, dass für Kommunikationsräume mit schallharter Decke gute raumakustische Lösungen möglich sind. In Räumen, deren raum-akustische Eigenschaften für die Nutzungsqualität von besonderer Bedeutung sind, wie Konferenz- und Vortragsräume oder Unterrichtsräume, sollten Simulation und Messungen die raumakustische Planung unterstützen.
Adressen
Gesamtplanung und Produktentwicklung
Balanced Office Building GmbH
Gebäudetechnik/Simulation
VIKA Ingenieur GmbH
Architektur
Hahn Helten + Assoziierte
Tragwerksplanung
B. Walter Ingenieursgesellschaft mbH
Wissenschaftliche Begleitung
b+tga, Uni Wuppertal



