Messergebnisse
Ein intensives Monitoring begleitete den Gebäudebetrieb in den ersten Jahren. Dadurch konnte man den Energieverbrauch und seine Einflussfaktoren genau beobachten und wurde auch auf regelungstechnische Schwierigkeiten bzw. Fehleinstellungen aufmerksam. Beispielsweise liefen anfangs die Lüftungsgeräte von den Nutzern unbemerkt mit hohen Zulufttemperaturen, die zeitnahe Auswertung der Messdaten deckte den erhöhten Energieverbrauch auf. Die Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe lag im Jahr 2003 bei ca. 3,1. Die Regelung über Referenzräume führte aufgrund unerwarteter Abwesenheiten oder höherer Belegungen der Referenzräume zu einer ungleichmäßigen Temperaturverteilung und unnötigen Pumpenlaufzeiten.
Ende 2004 wurde auf eine bedarfsorientierte Regelung umgestellt. Gleichzeitig wurde die Vorlauftemperatur abgesenkt. Die neue Pumpenschaltung ist nun abhängig von ΔT zwischen Vor- und Rücklauftemperatur. Die Energiebedarfsregelung ist eine Eigenentwicklung und war gerade zu Anfang schwierig einzuregeln. Die optimalen Bemessungszeiträume mussten empirisch ermittelt werden. Inzwischen ist die Regelung so ausgereift, dass ein relativ großer Zeitraum ohne Heiz- oder Kühlanforderung existiert, die Wärmepumpe also ausgeschaltet ist. Auch die Vorlauftemperaturen wurden weiter reduziert. Die Jahresarbeitszahl verbesserte sich damit auf 4,3 (2007).
Bei der Lüftung hat sich die geringe Auslegung der Frischluftmenge als praktikabel erwiesen. Messungen ergaben, dass die maximal empfohlene CO2-Konzentration am Arbeitsplatz deutlich unterschritten bleibt. Längere Fensterlüftung hatte auch bei sehr geringen oder hohen Außentemperaturen wenig Auswirkungen auf die thermische Behaglichkeit. Der Wärmetauscher der Lüftungsanlage erreicht einen Wirkungsgrad bis zu 75%. Da die Luftkanäle nicht gedämmt sind und zum Teil innerhalb der BKT-Decke verlaufen, nimmt die Zuluft außerdem die Temperatur des Raumes bzw. der Decke an. Die Funktion der zusätzlichen Temperierung der Zuluft über die Erdsonden wurde deshalb außer Betrieb gesetzt. Der spezifische Stromverbrauch für die Belüftung stieg in allen Etagen stetig, differiert aber untereinander. Zum einen machen die hohe Belegungsdichte und häufige Anwesenheit in einigen Büros höhere Luftmengen notwendig als angenommen. Zum anderen wird die Lüftung oft „per Hand“ angepasst und nicht zurück gestellt. Trotz ausschließlich innen liegender Verschattung ohne Sonnenschutzglas war auch in dem extrem heißen Sommer des Jahres 2003 das Raumklima nach Aussagen der Nutzer zufrieden stellend. Hierzu hat sicherlich die effektive Kühlung per BKT beigetragen. Messungen in Süd-orientierten Büros ergaben im Jahr 2006 bis zu 128 Stunden mit Lufttemperaturen über 26°C während der Arbeitszeit.
Der Stromverbrauch für Beleuchtung (ohne Tischleuchten) erreicht annähernd den geplanten Wert von 10 kWh/m²a. Als Ursachen für den Mehrverbrauch in einzelnen Nutzungseinheiten wurden dunkle Böden, weniger transparente Innenwände, Arbeitsplätze außerhalb Fensternähe oder verschattende Nachbargebäude ausgemacht. Die Tageslichtsteuerung wurde 2005 zunächst nur im 2.OG angewendet und 2006 auf das gesamte Gebäude ausgedehnt.
Adressen
Gesamtplanung und Produktentwicklung
Balanced Office Building GmbH
Gebäudetechnik/Simulation
VIKA Ingenieur GmbH
Architektur
Hahn Helten + Assoziierte
Tragwerksplanung
B. Walter Ingenieursgesellschaft mbH
Wissenschaftliche Begleitung
b+tga, Uni Wuppertal



