Gebäudekonzept
Das kompakte, viergeschossige Bürogebäude ohne Keller ist Nord-Süd orientiert. Dem auf der Nordseite vorgelagerten Treppenhaus sind auf jeder Etage die Sanitärbereiche zugeordnet. Der großflächige Grundriss ohne tragende Innenwände ermöglicht eine variable Einteilung. Die Gebäudetiefe von 16 m bietet es an, Nebenräume in der Mittelzone unterzubringen. Zurzeit nutzen das Gebäude fünf Parteien mit insgesamt ca. 100 Arbeitsplätzen. Theoretisch wären pro Etage bis zu acht Einheiten möglich. Der Stahlbeton-Skelettbau mit tragenden Betonfertigteilfassaden wurde größtenteils vorgefertigt. So entstand in 8 Wochen der Rohbau und in 9 Monaten das gesamte Gebäude. Der hohe Dämmstandard orientiert sich an der Passivhaus-Bauweise, erreicht aber nur einen mittleren U-Wert 0,48 W/m²K. Dies liegt beispielsweise an der Verglasung im geringfügig beheizten Treppenhaus, das sich aber innerhalb der gedämmten Hülle befindet, mit einem U-Wert von 1,6 W/m²K. Die Außenwände sind mit 20 cm Mineralwolle gedämmt und mit hinterlüfteten Ziegelplatten verkleidet. Die Fenster der Bürozonen bestehen aus Dreifachverglasung in thermisch getrennten Aluminiumrahmen (UW=0,80 W/m²K). Fensterflächen machen 41% der Fassade aus. Aufgrund des vergleichsweise niedrigen g-Werts der Verglasung von ca. 50% und der Kühlung über Betonkerntemperierung wurde auf eine außen liegende Verschattung verzichtet. Mit einem berechneten Jahres-Heizwärmebedarf von 39 kWh/m²a unterschreitet das Bürogebäude den damals nach WSVO 95 zulässigen Wert um fast 40%. Die Luftdichtheitsmessung der Gebäudehülle ergab einen n50-Wert von 0,3 h-1.
Adressen
Gesamtplanung und Produktentwicklung
Balanced Office Building GmbH
Gebäudetechnik/Simulation
VIKA Ingenieur GmbH
Architektur
Hahn Helten + Assoziierte
Tragwerksplanung
B. Walter Ingenieursgesellschaft mbH
Wissenschaftliche Begleitung
b+tga, Uni Wuppertal




