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Stimmiges Konzept für kleines Bürogebäude (1.500 qm)
Projektinfo 08/2001
 

Bürogebäude Lamparter in Weilheim a. d. Teck, Ansicht von Westen.
© Ingenieurbüro Lamparter, Weilheim a.d. Teck

Bürogebäude nach Passivhauskonzept

Bei der Büroarbeit werden besondere Anforderungen an die Belichtungs- verhältnisse und das Raumklima gestellt. Sollen diese erfüllt werden, ist das in bestehenden Gebäuden im Allgemeinen mit viel technischem Aufwand realisiert. Bei einem Bürogebäude mit einem Dämmstandard nach der Wärmeschutzverordnung 1995 ohne besondere Maßnahmen zum rationellen Energieeinsatz liegt der Primärenergie- verbrauch für die Gebäudetechnik bei ca. 200 kWh/m²a, davon benötigt die Beheizung mehr als ein Drittel (Studie IWU). Der hohe Verbrauch führt dazu, dass die Energiekosten in den Gebäudenebenkosten dominieren. Durch einen geeigneten Entwurf in Einklang mit einem intelligenten Energiekonzept lässt sich dieser Aufwand minimieren.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) unterstützt deshalb in einem Projekt seines Förderkonzepts “SolarBau” die Planung und das Monitoring von solar optimierten Büro- und Gewerbebauten. Das Gebäude des Ingenieur- und Vermessungsbüros Lamparter in Weilheim an der Teck ist eines der Modellvorhaben. Anliegen des Bauherren und zugleich späteren Nutzers war es, hohen Komfort am Arbeitsplatz bei einer gleichzeitigen Minimierung des Energiebedarfs zu verwirklichen.

Das Grundstück bietet gute Voraussetzungen für eine Südorientierung des Gebäudes, um die Sonnenenergie sowohl aktiv als auch passiv zu nutzen. Durch die konsequente Vermeidung von Transmissions- und Lüftungswärmeverlusten konnte der Heizenergiebedarf unter 15 kWh/m²a gesenkt und damit auf ein konventionelles Heizsystem verzichtet werden. Auch die Kühlung im Sommer erfolgt ausschließlich passiv über ein Zusammenspiel von Verschattungselementen, Erdreichwärmetauscher und Nachtlüftung.

Neben dem günstigen Raumzuschnitt und den darauf abgestimmten Fenstergrößen tragen Elemente zur Verschattung und Lichtlenkung dazu bei, den Bedarf an künstlichem Licht in den Büroräumen zu minimieren.

Das Projekt wurde ohne Mehrkosten gegenüber vergleichbaren Bürogebäuden realisiert. Durch eine strenge Kostenkontrolle waren sogar Mittel für solarthermische und photovoltaische Anlagen innerhalb des Budgets vorhanden. Dachbegrünung und Regenwassernutzung sind weitere Bestandteile des ökologischen Gesamtkonzepts. In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Bauphysik der Fachhochschule für Technik Stuttgart und dem Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme werden Daten für das Gebäude zu Energieverbrauch, Energieertrag, Innen- und Außenklima sowie zum Nutzerverhalten erhoben und ausgewertet.

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