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Regenerative Energie mit Tradition und Potenzial
basisEnergie Nr. 02
 

Rasante Entwicklung der Anlagentechnik von 1980 bis 2007
© S. Heier, Uni Kassel; panthermedia.net; BINE

Windenergie

Die Idee der guten alten Windmühle lebt in modernen Windenergieanlagen weiter. Heutige Anlagen sind absolute Hightech- Produkte. Dank innovativer Materialien, spezieller Stromgeneratoren und ausgefeilter Anlagenelektronik entstammt immer mehr unseres Stroms der Kraft des Windes.

Heute sind Windenergieanlagen Hightech- Produkte, die den Vergleich zum Flugzeugbau nicht scheuen müssen. Dabei blickt die Nutzung der Windenergie in Europa auf eine lange Tradition zurück. Bereits im 12. Jahrhundert wurden die ersten Windmühlen (Bockwindmühlen) mit drehbarem Mühlhaus errichtet. Die technologische Weiterentwicklung mit einer drehbaren Turmkappe fand in den Niederlanden mit der „Holländerwindmühle“ im 15. Jahrhundert statt. Mitte des 19. Jahrhunderts waren in Deutschland ca. 20.000 Windmühlen in Betrieb; im Jahr 2007 liefen zum Vergleich 19.000 moderne Windenergieanlagen. Für die Niederlande waren im 17./ 18. Jahrhundert die 9.000 Windmühlen „Motor“ des Wirtschaftsaufschwungs. Man hat sie zur Bodenentwässerung, in Sägefabriken und in Hammerwerken eingesetzt.

Die erste industrielle Massenfertigung von Windenergieanlagen (WEA) erfolgte in den USA: Von 1860 bis 1930 wurden ca. 6 Mio. WEA („Westernräder“) für Grundwasserpumpen verkauft. Weltweit begann der Niedergang der mechanischen Windenergienutzung mit der Dampfmaschine, der Konkurrenz des billigen Diesels und der Elektrifizierung des ländlichen Raums. Die moderne Windkraftnutzung begann 1891 in Dänemark. Geschützt durch die hohen Energiepreise während des 1. Weltkrieges waren später dann etwa 120 kleine Anlagen in Betrieb. In den 1920er Jahren wurden in Dänemark, der UdSSR und Deutschland die Forschungen fortgesetzt; in den USA ging 1941 die erste Großanlage in die netzgebundene Stromerzeugung.

Bild 1 - BasisEnergie02 1999 01: Rasante Entwicklung der Anlagentechnik von 1980 bis 2007
Copyright: S. Heier, Uni Kassel; panthermedia.net; BINE
Bild 2 - BasisEnergie02 1999 02: Verteilung der Windgeschwindigkeit in Deutschland.
Copyright: M. Bornewasser nach Projekt- Info 10/95
Bild 3 - BasisEnergie02 1999 03: Linien gleicher Windgeschwindigkeit im Nord- Süd- Querschnitt.
Copyright: BINE Infopaket Wind
Bild 4 - BasisEnergie02 1999 04: Die Entstehung des Auftriebs.
Copyright: HEW/ Aus: Seidel, J.
Bild 5 - BasisEnergie02 1999 05: Leistungskennlinien von Windrotoren unterschiedlicher Bauart.
Copyright: Hau/ Aus: Wilson, R.; Lissaman, P.B.S.
Bild 6 - BasisEnergie02 1999 06: Schnitt durch eine WEA 1) Windmesseinrichtung, 2) Getriebe, 3) Hauptwelle, 4) Rotor-Nabe, 5) Rotorblatt, 6) Generator, 7) Scheibenbremse, 8) Windnachführung.
Copyright: Nordex AG; GE Wind Energy
Bild 7 - BasisEnergie02 1999 07: Vergleich der Stromgestehungskosten unterschiedlicher Anlagengrößen. Man sieht in den Säulen die Spannbreite der Kosten für die 2004 am häufigsten installierten Anlagengrößen und im horizontalen grünen Band den Bereich der gesetzlich garantierten Vergütung (EEG).
Copyright: ISET, Kassel
Bild 8 - BasisEnergie02 1999 08: Entwicklung der Windstromvergütung und Preise konventionellen Stroms.
Copyright: Bundesverband erneuerbare Energien
Bild 9 - BasisEnergie02 1999 09a: Der Offshorebereich ist aktuell ein Schwerpunkt der ökologischen Begleitforschung. Auf der Forschungsplattform FINO I (45 km nördlich Borkum) wird der Vogelzug über der Nordsee mit Radar beobachtet.
Copyright: „Vogelwarte Helgoland"
Bild 10 - BasisEnergie02 1999 09b: Der Offshorebereich ist aktuell ein Schwerpunkt der ökologischen Begleitforschung. Auf der Forschungsplattform FINO I (45 km nördlich Borkum) wird der Vogelzug über der Nordsee mit Radar beobachtet. Ein damit aufgenommenes Radarbild mit ziehenden Vögeln (Maßstab: Ein Ring sind 25 nautische Meilen)
Copyright: „Vogelwarte Helgoland"
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Nach dem 2. Weltkrieg sanken die Energiepreise und das Interesse an der Windenergie. Von 1958 – 1968 war auf der Schwäbischen Alb eine 100-kWAnlage in Betrieb, die bereits über aerodynamische Rotorblätter aus Glasfaserverbundmaterial mit Pendelnabe verfügte. Infolge der beiden Ölpreiskrisen und des wachsenden Umweltbewusstseins begann ab 1975 weltweit das Comeback der Windenergie. Gefördert durch eine günstige Steuergesetzgebung wurden in den USA (Kalifornien) in den 1980er Jahren ca. 16.000 WEA mit einer Nennleistung von 1.500 MW errichtet, etwa die Hälfte der Anlagen waren Importe aus Dänemark. Dies in Verbindung mit einer stabilen Binnennachfrage trug zum raschen Aufbau der dänischen Windindustrie bei.

In Deutschland begann der bis heute andauernde Boom in den 1990er Jahren. Zu dieser Entwicklung haben die öffentliche Forschungsförderung und die wirtschaftlich verlässlichen Einspeisetarife für Strom aus erneuerbaren Energien beigetragen. Mittlerweile stehen in Deutschland die meisten Anlagen weltweit, aus der Windenergie kommt bereits 6,5% unseres Stroms (2006) und die Herstellerfirmen beschäftigen mehr als 60.000 Menschen.

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