Hot- Dry- Rock (HDR)
Das Hot-Dry-Rock Verfahren nutzt die im kristallinen Gestein in Regionen mit geothermischen Anomalien enthaltene Wärme. Das „Dry“ im Namen ist heute nur noch historisch, da man auch in größeren Tiefen immer wieder auf Wasser gestoßen ist.
Bei einer HDR-Anlage gibt es mindestens je eine Förder- und eine Verpressbohrung sowie einen geschlossenen Wasserkreislauf (Abb. 8). Durch beide Bohrungen wird zu Beginn Wasser mit Überdruck in den Untergrund gepresst. Dadurch weiten sich die im Gestein vorhandenen Risse trotz des Gebirgsdruckes und neue bilden sich. Sie bleiben bei einer mittleren Weite von weniger als 1 Millimeter dauerhaft offen. Das so geschaffene System aus natürlichen und künstlichen Rissen bildet einen unterirdischen, geothermischen Wärmetauscher, durch den ein Gemisch aus natürlichen Tiefenwässern und eingepresstem Wasser zirkuliert. Die natürlichen thermischen Auftriebskräfte heißen Wassers erleichtern die Förderung.
Da dieses System natürlich vorkommende Tiefenwässer einbezieht, sind keine Wasserverluste zu verzeichnen. In früheren HDRProjekten andernorts war dies eines der größten Hindernisse. Diese Weiterentwicklung des HDR-Konzepts ist ein Ergebnis des europäischen HDR-Projekts in Soultzsous- Forêts (Elsaß). Hier ging 2008 ein geothermisches Kraftwerk mit 1,5 MWel in Betrieb. Der geologische Wärmetauscher mit ca. 200 °C heißem Wasser befindet sich in 4.000 – 5.000 m Tiefe.



zum Merkzettel