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Abb. 9: Aufnahmen mit einer Thermografie-Kamera machen Wärmebrücken sichtbar
© Energieberatung Kremser

Abb. 8: Anschlussdetail mit Wärmebrücke und Möglichkeit zur Behebung
© BINE Informationsdienst

Abb. 7: 12 cm Mineralwolle dämmen rechnerisch genauso gut wie 3 m dickes Vollklinker-Mauerwerk (U=0,3 W/m2K).
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Abb. 6: Temperaturverlauf in einer Wand ohne und mit Dämmung
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Abb. 5: Faustformel für die Auswirkung einer Fassadendämmung auf den U-Wert
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Die Gebäudehülle: Rundherum dick eingepackt

Die Dämmung der Gebäudehülle, also Außenwände, Dach bzw. oberste Geschossdecke sowie Keller, senkt den Heizwärmebedarf am wirksamsten. Die Wärme geht nicht so schnell nach außen verloren und die Temperatur auf der Bauteilinnenseite erhöht sich. Dadurch wird das Klima im Innenraum behaglicher. Ist nämlich die Innenseite der Außenwand sehr kalt, entsteht ein Gefühl ähnlich wie bei Zugluft, ein Aufenthalt in der Nähe der kalten Bauteile wird unangenehm. Dem wird oft durch eine Erhöhung der Innenraumtemperaturen begegnet. Im Sommer schützt eine gute Dämmung drinnen vor unerwünschter Hitze. Bei der nachträglichen Dämmung sollte man sich nicht an gesetzlichen Mindeststandards orientieren, sondern die bautechnischen Möglichkeiten ausschöpfen, da die Materialkosten allein verhältnismäßig gering, spätere Nachbesserungen dagegen sehr aufwendig sind. Will man den Wärmeschutz seines Hauses verbessern, ist es wichtig, vorher die Grenzen des beheizten Raumes festzulegen und diesen dann möglichst lückenlos zu dämmen. Keller, Dachböden und Wintergärten müssen nicht zwangsläufig beheizt werden. Besonderes Augenmerk sollte den Stoßpunkten zwischen verschiedenen Bauteilen gelten.

Dämmstoffe

Dämmstoffe sind in Wärmeleitfähigkeitsgruppen (WLG) eingeteilt. Diese entsprechen den ersten drei Nachkommastellen der Wärmeleitfähigkeit. Auch hier gilt: je kleiner, desto besser. Typische Polystyrol- und Mineralfaserplatten haben eine Wärmeleitfähigkeit von 0,04 W/mK und gehören damit zur WLG 040. Bei gleicher Dämmschichtdicke und einem Dämmstoff der WLG 035 verbessert sich der Wärmeschutz um etwa 12%. Inzwischen sind auch Dämmstoffe der WLG 025 auf dem Markt. Weitere Kriterien für die Auswahl des Dämmstoffes sind Brandverhalten, Widerstand gegen Feuchtigkeit, Schallschutz, Trittfestigkeit, Gewicht, Umweltverträglichkeit, Gesundheitsverträglichkeit und natürlich der Preis. Einige Materialien lassen sich gut in Eigenleistung verarbeiten.

Außenwände

Standard für den Wärmeschutz von Fassaden ist das außen angebrachte Wärmedämm-Verbundsystem aus Dämmung und Putz. Natürlich ist es auch möglich, mit einer hinterlüfteten Fassadenverkleidung abzuschließen. Die Dämmung sollte möglichst tief ins Erdreich herunterreichen, um Wärmebrücken zu vermeiden. Werden durch eine Außendämmung Abstandsflächen unterschritten, erteilen die Bauaufsichtsbehörden in der Regel unproblematisch Ausnahmegenehmigungen. In besonderen Situationen, z. B. bei denkmalgeschützten Fassaden, kommt oft nur eine Dämmung von innen in Frage. Diese hat allerdings einige Nachteile: unter anderem verkleinert sie den Raum und birgt bauphysikalische Probleme. Einbindende Bauteile wie Innenwände und Decken müssen besonders behandelt werden, da sie Wärmebrücken bilden. Innendämmung stellt deshalb erhöhte Anforderungen an Planer und Ausführende. Ist die Ausgangskonstruktion zweischalig, wie bei verblendetem Mauerwerk, kann der gesamte Zwischenraum mit Dämmstoff aufgefüllt werden (Kerndämmung).

Dach, Keller & Co

Steildächer werden nachträglich meist zwischen den Sparren gedämmt. Weiterhin gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Sparren für eine zusätzliche Dämmung aufzudoppeln. Wird der Dachstuhl nicht als Wohnraum genutzt, lässt sich die oberste Geschossdecke in der Regel unproblematisch dämmen. Bauteile, die die Dämmebene durchdringen (Kamine, Wände etc.), wirken als Wärmebrücken und müssen im unteren Bereich gedämmt werden. Flachdächer sind meist bereits gedämmt, wenn auch unzureichend. Eine Verbesserung der Dämmung bietet sich an, sobald die Dachabdichtung erneuert wird. Bei Kellerwänden ist eine nachträgliche Außendämmung sehr aufwendig, da hierfür das Erdreich aufgegraben werden muss. Evtl. kommt eine Innendämmung in Frage. Die Möglichkeit zur nachträglichen Dämmung der Bodenplatte hängt von der lichten Raumhöhe ab. In unbeheizten Kellerräumen verlaufen unter der Decke häufig Leitungen. Wenn genügend Kopfhöhe vorhanden ist, kann der Zwischenraum über einer abgehängten Verkleidung mit Dämmung gefüllt werden. Ansonsten besteht die Möglichkeit, Zelluloseflocken aufzusprühen.

Wärmebrücken

Bereiche der Gebäudehülle, an denen, verglichen mit den umgebenden Bauteilen, besonders viel Wärme verloren geht, nennt man Wärmebrücken. Die Innenoberfläche an Wärmebrücken kühlt bei niedrigen Außentemperaturen stark ab. Die Feuchtigkeit aus der warmen Innenluft kann dort kondensieren und langfristig zu Schimmelbildung führen. Konstruktive Wärmebrücken finden sich oft an Bauteilanschlüssen bzw. Durchdringungen, wie auskragenden Balkone, Vordächern, Heizkörpernischen oder Rollladenkästen. Im Zuge einer Sanierung ist es wichtig, solche Wärmebrücken zu identifizieren und durch geeignete Dämmmaßnahmen oder Umbauten zu minimieren, um hohe Wärmeverluste und Bauschäden zu vermeiden.

Luftdicht verschlossen

Oft heißt es, eine "atmende" Wand sei für das Innenraumklima notwendig. Außenbauteile selbst sind aber gar nicht luftdurchlässig – Luftaustausch findet dort lediglich unkontrolliert über Fugen und Risse statt. Der notwendige Luftwechsel, um Feuchtigkeit sowie Geruchs- und Schadstoffe aus der Raumluft zu entfernen, kann nur durch gezielte Fensterlüftung oder mechanische Lüftungsanlagen erreicht werden (kontrollierte Lüftung). Ein verbesserter Wärmeschutz lässt Wärmeverluste durch unkontrollierte Lüftung stärker ins Gewicht fallen. Deshalb sollte bei der Sanierung viel Wert auf eine luftdichte Ausführung gelegt werden. Dies verhindert außerdem eine Kondensation der feuchten Innenluft in der Konstruktion, wodurch Bauschäden entstehen könnten. Am besten wird bereits zu Beginn der Planung festgelegt, wo die luftdichte Ebene verlaufen soll. Materialwechsel und Anschlusspunkte erfordern besondere Aufmerksamkeit.

 
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