
Die Arbeiten für GeotIS begannen mit einer aufwendigen Datenakquisition bei den staatlichen und industriellen Partnern – genutzt werden konnten die beiden Fachinformationssysteme Geophysik und Kohlenwasserstoffe – sowie bei den Betreibern von Geothermieanlagen und Thermalwasserbohrungen. Zu berücksichtigen war, dass frühere Auftraggeber meist eigene, spezielle Zielsetzungen verfolgt haben. Diese heterogenen Ausgangsdaten müssen mithilfe mathematischer Verfahren homogenisiert, teilweise ergänzt und vernetzt werden. Im System werden diese Daten in einer internen Arbeitsdatenbank geführt. Diese umfasst (Stand: Mitte 2011) rund 4 Mio. Datensätze in 156 Tabellen und läuft als relationale Datenbank. Um allen rechtlichen Anforderungen zu genügen, werden die Daten in der Präsentationsdatenbank, die mit jedem üblichen Web-Browser genutzt werden kann, nur in anonymisierter und verallgemeinerter Form veröffentlicht.
Auch künftig werden das LIAG und die GeotIS-Projektpartner den Datenbestand pflegen und ergänzen. Im Jahr 2011 wurden die Daten der geothermischen Standorte durch eine Befragung aktualisiert und neue Anlagen erfasst. Die Temperaturmodelle und Fündigkeitsprognosen sollen weiter verbessert und Untergrundmodelle weiterentwickelt werden. Mit Daten aus dem Thüringer Becken, aus Teilen von Hessen und aus weiteren Gebieten in Nordwestdeutschland werden neue Regionen für eine hydrothermale Nutzung hinzukommen. Auch für die petrothermale Geothermie werden Informationen aufgenommen. Auf mittlere Sicht sollen geothermisch relevante Daten über möglichst alle Regionen in Deutschland abrufbar sein.
Auf europäischer Ebene haben erste Vorarbeiten für eine europäische Geothermie-Datenbank begonnen, für die GeotIS nationaler Kooperationspartner wäre.