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Schulgebäude im Langzeitmonitoring

Schulgebäude im Langzeitmonitoring

Der Neubau der Gebhard-Müller-Schule in Biberach hat die Erwartungen erfüllt – über zehn Jahre weist das Gebäude einen durchgehend geringen Energieverbrauch auf. Mit der Inbetriebnahme des Gebäudes startete ein über drei Jahre andauerndes wissenschaftliches Intensivmonitoring. Die Ergebnisse führten zu Anpassungen im Betrieb der Gebäudetechnik. So konnte der Primärenergieverbrauch für Heizung, Kühlung und Lüftung um rund 30 % reduziert werden. Dieses Niveau langfristig ohne wissenschaftliche Begleitung zu erhalten, soll ein Langzeitmonitoring gewährleisten.

Was muss ein Langzeitmonitoring bieten, damit das Betriebspersonal die Ergebnisse im Alltag nutzen kann? Welche Datenströme sind zu erfassen und welche technischen Voraussetzungen sind erforderlich? Diese Fragen am Beispiel der Gebhard-Müller-Schule (GMS) zu beantworten, war Ziel der Forschungsarbeiten. Steigt der Energieverbrauch des Gebäudes, soll dies zeitnah erkannt werden. Das Betriebspersonal benötigt schnell und anschaulich die notwendigen Informationen, um Anpassungen vorzunehmen und Optimierungsmaßnahmen vorzubereiten. Grafisch aufbereitete Daten bieten hier einen guten Überblick. Die Datenerfassung erfolgt in den meisten Fällen über die Gebäudeleittechnik (GLT). Wird der laufende Betrieb nicht überwacht, bleiben erhöhte Energieverbräuche häufig unbemerkt.

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Die GMS ist eine kaufmännische Schule im Kreis-Berufsschulzentrum Biberach. Mit dem Neubau von 2004 erhielt die Schule ein Gebäude, das sich an den ambitionierten Vorgaben des Bauherrn in Bezug auf Komfort, Flexibilität der Räumlichkeiten und Energieverbrauch orientiert. 2005 startete das Intensivmonitoring mit dem Ziel, das Gebäude im realen Betrieb zu überprüfen und zu optimieren. Anschließend in 2009 begannen die Arbeiten zur Umsetzung des Langzeitmonitorings.

Gebäudekonzept sorgt für viel Tageslicht

Das dreigeschossige Schulgebäude aus Stahlbeton mit einer Hauptnutzfläche von 5.542 m² besteht aus einem Riegel entlang der Erschließungsstraße. Daran schließen sich zwei kubische Baukörper an, in denen sich die Unterrichtsräume befinden. Das günstige A/V Verhältnis von 0,31 m-1 und der gute Wärmeschutz der Gebäudehülle sind Teil des effizienten Gebäudekonzeptes. Flexible Raumgrößen können durch ein neu entwickeltes Modulkonzept realisiert werden. Jedes Modul verfügt über eine identische technische Ausstattung (raumlufttechnische Versorgung, EDV etc.).

Außenjalousien mit Lichtlenkfunktion schützen die Klassen- und Verwaltungsräume vor unerwünschten Wärmeeinträgen und sorgen für ein blendfreies Arbeiten. Kunstlicht wird vom Nutzer eingeschaltet und in Abhängigkeit vom vorhandenen Tageslichtangebot automatisch in einzelnen Reihen oder komplett abgeschaltet. Die Außenjalousien werden in Abhängigkeit vom Sonnenstand, z. T. auch von der Raumtemperatur, gesteuert. Eine manuelle Bedienung ist ebenfalls vorgesehen. Atrien versorgen die Flurbereiche mit Tageslicht und ergänzen über Oberlichter die natürliche Belichtung der Klassenzimmer.

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Links

ENERGIEWENDEBAUEN
Projekte, Berichte, Nachrichten
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Infotipps

Berufsschule Biberach
Präsentation des EnOB-Forschungsprojekts zum Schulneubau

Komfortabel Lernen und Arbeiten
BINE-Projektinfo 12/2006

Betriebsdiagnose von Gebäuden
BINE-Projektinfo 11/2009

Gebäude energieeffizient betreiben
BINE-Themeninfo I/2010

Lüften in Schulen
BINE-Themeninfo I/2015

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