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Frische Luft im Schulneubau

Frische Luft im Schulneubau

Eine Schule zum Wohlfühlen, die gleichzeitig wenig Energie im Betrieb verbraucht, das ist die Grundschule Niederheide in Hohen Neuendorf. Für eine gute Luftqualität und ein angenehmes Raumklima in den Klassenräumen sorgt ein Lüftungssystem, das maschinelle und natürliche Lüftung über die Fenster kombiniert. Als erste Schule in Deutschland erhielt sie die Goldmedaille für Nachhaltiges Bauen. Die Zertifizierung erfolgte nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) des Bundesbauministeriums.

Von außen betrachtet unterscheidet sich die zweigeschossige Schule mit einer Gebäudehülle, die die Kriterien eines Passivhauses erfüllt, kaum von anderen Schulneubauten. Um die zentral gelegene Schulstraße gruppieren sich Aula, Zugang zur Dreifach-Sporthalle und Bibliothek. An der westlichen Seite befinden sich die Unterrichtsflügel mit den sogenannten Heimatbereichen, die jeweils aus einem Unterrichtsraum, Gruppenraum, Garderobe und Sanitäranlagen bestehen. Die Anordnung ermöglicht eine zweiseitige Belichtung mit Tageslicht. Die Klassenräume liegen an der Südseite; Flure, Nebenräume und WC befinden sich auf der Nordseite. Ca. 350 Kinder lernen zurzeit an der Schule. Für die Betreuung am Nachmittag und frühen Vormittag wird ein Hort angeboten. Die Sporthalle verfügt über einen eigenen Zugang und wird außerhalb der Unterrichtszeiten häufig genutzt.

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Die Stadt Hohen Neuendorf liegt in unmittelbarer Nähe zu Berlin. Diese Lage hat dazu beigetragen, dass sich die Anzahl der Einwohner in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdoppelt hat. Daher stieg ebenfalls die Anzahl der Schüler und machte den Schulneubau notwendig. Der Bauherr, die Stadt Hohen Neuendorf, wünschte sich ein Gebäude mit einem modernen und flexiblen Raumkonzept für zukunftsfähiges Lernen, das hinsichtlich Energieverbrauch, Nachhaltigkeit und Nutzungskomfort hohen Ansprüchen genügt und geringe Investitions- und Betriebskosten verursacht. So entstand die Idee, eine Plusenergieschule zu bauen. Die Baukosten betrugen brutto bezogen auf die Nettogeschossfläche für KG 300 (Baukonstruktion) 1.155 Euro/m² und für KG 400 (technische Anlagen) 353 Euro/m² und liegen in vergleichbarer Höhe konventionell errichteter Gebäude. Die forschungsbedingten Mehrkosten sind nicht berücksichtigt.

Energiekonzept hilft, Kosten zu sparen

Ein wichtiger Aspekt des Energiekonzeptes ist es, natürliche Prozesse bei der Lüftung und Kühlung des Gebäudes zu nutzen. Durch den Verzicht auf aufwendige technische Komponenten lassen sich die Betriebskosten reduzieren. Das kompakte Gebäude wurde als Massivbau aus Stahlbeton ausgeführt, um über ausreichend thermische Speichermassen zu verfügen. Diese können im Sommer tagsüber Wärme aufnehmen, die über die freie Nachtlüftung wieder abgegeben wird. Auf eine Klimatisierung kann so verzichtet werden. Der statische Sonnenschutz wird ergänzt durch automatisch gesteuerte Markisen. Diese können von den Lehrern ebenfalls manuell bedient werden. Der obere Fensterbereich bleibt unverschattet, so steht auch bei geschlossenem Sonnenschutz Tageslicht zur Verfügung. Im Erdgeschoss sorgt hier eine lichtlenkende Verglasung und im Obergeschoss eine lichtstreuende Nanogel-Verglasung für blendfreies Tageslicht. Die Beleuchtungssteuerung erfolgt präsenz- und tageslichtabhängig. Nachwachsende Rohstoffe und solare Energie werden zur Energieerzeugung genutzt. Die benötigte Wärme erzeugt ein Pellet-Heizkessel mit einer Leistung von 220 kW. Eine Photovoltaikanlage mit 55 kWp Leistung liefert Strom zur Eigennutzung. Überschüsse werden ins Netz eingespeist.

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